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getragen, worauf eine Kurve (die Interpolationskurve) gezogen wird,
die in möglichst einfacher Weise durch die abgesetzten Punkte
geht. Wenn die Kurve gezeichnet ist, findet man die gesuchten
Interpolationsresultate direkt durch Größenmessung der erfragten
Ordinaten. Zeichnet man die Kurve auf Millimeterpapier, so lassen
sich die Beobachtungen leicht eintragen und die interpolierten Werte
direkt aus der Figur ablesen.
233. Die graphische Interpolation zeichnet sich durch ungemein
‚eichte Durchführbarkeit aus. Durch die Begrenzung der Genauigkeit,
mit der sich eine Kurve zeichnen läßt und die Ordinaten gemessen
werden können, wird man unmittelbar der Begrenzung der Genauig-
keit gegenübergestellt, mit der man interpolieren kann; und die
Anwendbarkeit der Methode wird nicht dadurch verringert, daß man
in höherem Grade als bei anderen Methoden des Momentes der
Willkür gewahr wird, das mit Notwendigkeit mit jeder Inter-
polation zwischen beobachteten Zahlen folgt. Wie bereits oben be-
tont, lassen sich durch eine Reihe gegebener Punkte unendlich
viele Kurven legen. In einigen Fällen wird man — namentlich mit
ainiger Übung — hinsichtlich der Wahl zwischen diesen vielen
Möglichkeiten nicht im Zweifel sein, in der Regel um so weniger,
je kleiner die Intervalle zwischen den bekannten Punkten sind; und
in Fällen, wo ein solcher Zweifel auftritt, ergibt die Betrachtung
des Unterschieds zwischen den Kurven, unter denen zu wählen die
Rede sein kann, einen direkt veranschaulichenden Ausdruck für die
Genauigkeit, mit der man zwischen diesen Beobachtungen interpolieren
kann; einen Ausdruck, der bei Anwendung einer beliebigen Formel
leicht dem Gesichtskreise entschwindet.
Wie gesagt, beruht der Bereich der Anwendung graphischer
Interpolation bis zu einem gewissen Grade auf der Festigkeit in der
Kurvenzeichnung, die sich hier durch Übung erzielen läßt; bei
Übungen dieser Art beginnt man am zweckmäßigsten mit der Zeich-
nung von Kurven durch Punkte, welche relativ dicht aneinander
liegen, und von denen man allmählich immer mehr ausläßt; man er-
zielt hierbei eine Vertrautheit mit der Form, in der die am häufigsten
vorkommenden Beobachtungsreihen gewöhnlich verlaufen, und die
Kenntnis hiervon bildet zuguterletzt die eigentliche Grundlage für
die Interpolation über größere Intervalle.
Aufgabe 69. Nach den dänischen Sterblichkeitserfahrungen für die
Jahre 1916—1920 war die mittlere Lebensdauer für