Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

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halten; allerdings sind die meisten Gesellschaftsphänomene mehr
der weniger miteinander verbunden; diese Verbindung aber ist gar
zu verwickelt, durch allzu viele Ursachen bestimmt, als daß sie
Jurch eine einigermaßen einfache mathematische Formel zum Ausdruck
 kommen könnte. Es ist indes aus rein praktischen Gründen
nützlich, in manchen Aufgaben eine ganze, durch Beobachtung gewonnene
 Zahlenreihe in einer einzelnen Formel zusammenfassen zu
können, wenn diese nicht gar zu verwickelt ist; hierdurch erreicht
man nämlich, daß sich die vielen Einzelresultate durch einige wenige
Zahlen — die Konstanten der betreffenden Formel — wiedergeben
lassen. Im allgemeinen handelt es sich hierbei indes nur um einen
Umtausch des wirklichen Zusammenhangs gegen einen anderen,
welcher mit ausreichend guter Annäherung den wirklichen ersetzen
kann, also darum, was wir oben als eine Interpolationsformel bezeichnet
 haben. Während man z. B. mittels der Newtonschen
Formel die bei einer solchen Vertauschung erzielte Genauigkeit
Jurch Betrachtung von hinlänglich kleinen Intervallen beliebig weit
treiben kann, handelt es sich hier bei der mathematischen Darstellung
 der statistischen Gesetze mehr darum, die Hauptzüge der
Abhängigkeit durch eine allen Intervallen gemeinsame Formel wiederzugeben,
 als um eine detaillierte Genauigkeit; die gesuchte Intervolationsformel
 wird in der Regel denn auch durch irgendeine
Ausgleichung der vorliegenden Zahlen bestimmt. Einige wenige
Beispiele solcher statistischer Gesetze seien hier erwähnt.
274. Was zunächst die Frequenzkurven anbetrifft, so
leuten die Abweichungen von der typischen Form, wie oben gesagt,
auf das Vorhandensein mehrerer wirkender Gemeinursachen hin, wie
sie auch eine Aufforderung dazu enthalten, mittels einer vorgenommenen
 Teilung gruppenweise eine bessere Übereinstimmung
zu erzielen; besonders gilt dies, wenn die Verteilung der Beobach-‘ungen
 mehr als einen Maximalpunkt zu enthalten scheint; aber
selbst wenn sich die Beobachtungen entweder nach einer solchen
Teilung oder in der Form, in der sie vorliegen, um einen einzelnen
Punkt ansammeln, werden Abweichungen von der typischen Form
ınd ganz besonders Asymmetrien vorkommen und zu weiterer Tei-‚ung
 auffordern (vgl. $ 165). Will man indes der Abweichung der
Frequenzverteilung von der typischen Form Ausdruck verleihen,
lann kann dies in verschiedener Weise geschehen, und es liegt
nahe, im Binomialgesetz seinen Ausgangspunkt zu nehmen.
Weiter oben erwähnten wir die Tendenz dieses Gesetzes. eine
            
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