Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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Oppermann!) und Thiele?) aufgestellten Formeln erwähnt, je- 
weils 
Ux = (@ + Px)e = + ye*x, 
und u7= a,e 7 ** + ae 7 6 —0? 1 a,ebex, 
Beim ersten Glied in der letzten Formel hatte "Thiele die 
Kindersterblichkeit vor Augen, beim zweiten die Sterblichkeit im 
Jünglings- und Mannesalter, und beim dritten (der Gompertzschen 
Formel) die Sterblichkeit im Greisenalter. 
Formeln dieser Art zeugen von der großen Schwierigkeit, welche 
lie Auffindung passender Funktionen verursacht, die sich für das 
ganze Leben anwenden lassen und nicht allzu beschwerliche Be- 
rechnungen erfordern. Während die hier besprochenen analytischen 
Ausdrücke sämtlich die Sterblichkeitsintensität u(x) betreffen, werden 
wir im nächsten Kapitel zu der Möglichkeit des Versuchs zurück- 
kehren, durch Auflösung der Funktion u(x)-1(x), d. h. der Alters- 
gliederung der Sterbefälle, die Sterblichkeit im Alter x als eine 
Funktion von x auszudrücken, wobei namentlich die Todesursachen- 
statistik in Betracht kommt. 
Letzteres Problem ist bereits oben im $ 208 gestreift worden, 
und ein anderes, das denselben (Lexis’schen) Gedankengang berührt, 
geht darauf aus, die Verteilung der Familien nach der Kinderzahl 
in Fruchtbarkeitsgruppen aufzulösen, z. B. in eine Gruppe, in der 
man keine Abweichung von der „Nettofruchtbarkeit“ hat, welche die 
zewöhnliche war, bevor sich der Niedergang in der Geburtenfrequenz 
zu zeigen begann, und in eine andere Gruppe, welche die Kinder- 
zahl zu begrenzen wußte 3). 
378. Wie früher gesagt, ist die Verteilung der statistischen 
Beobachtungen häufig periodischen Charakters, wie auch die- 
jenigen Veränderungen, denen die Zahlen von Zeit zu Zeit unter- 
worfen sind, periodische Bewegungen aufweisen können. 
Diese Bewegungen treten überall im Sozial- und Wirtschafts- 
ieben hervor. Für Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle geben 
') Vgl. J. P. Gram, Om Udjevning af Dodelighedsiagttagelser 0g Opper- 
mann’s Dodelighedsformel, Tidsskrift for Mathematik, 5. Rakke, 2, Aarg., Koben- 
havn 1884, und H. Westergaard, Die Lehre von der Mortalität, 2. Ausg. 
Jena 1901, S. 201. 
? T. N. Thiele, En matematisk Formel for Dodeligheden, Kobenhavn 1871. 
3) Vgl. H. Westergaard, Zur Bevölkerungsfrage in der Neuzeit, im 
Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie, 3. Jahrg., Berlin 1906, S. 359f.
	        
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