Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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geworden ist, vor Ablauf eines Jahres stirbt; hiernach läßt sich der 
Verlauf aller übrigen biometrischen Funktionen berechnen. 
312. Methode 3. Hierbei denkt man sich die Sterbefälle nach 
C-Gruppen von Toten, d. h. nach Generationen und Altersklassen 
verteilt, und die Methode geht in direktem Anschluß an die den 
Laplaceschen Generationstafeln (vgl. $ 301) zugrundeliegende Idee 
darauf aus, die Wahrscheinlichkeit p(x, h) dafür, daß ein x-jähriger 
nach h Jahren noch am Leben ist, zu berechnen; und dies geschieht, 
indem man auf Grund der Erfahrungen in einer gewissen Gene- 
ration feststellt, wieviele von denen, die im Laufe einer gegebenen 
Zeit x Jahre alt werden (eine Hauptgruppe von Lebenden erster 
Art), das Alter x -+h erreichen. 
Die Methode ist von Becker‘) (Sterbetafeln für 1871—1880 für 
das Deutsche Reich) und von Zeuner?) (Tafeln für Sachsen) angewandt 
worden und führt mitunter die Bezeichnung Zeuner-Beckersche Methode. 
Wenn n Personen z. B. im Laufe des Jahres 1911—1915 
40 Jahre alt werden (in den Jahren 1871 bis 1875 geboren sind) und 
d von diesen vor dem nächsten Geburtstage sterben, dann werden 
n—d im Laufe von 1912—1916 das 41. Lebensjahr vollenden, und 
die Wahrscheinlichkeit dafür, daß eine 40-jährige Person nach 1 Jahr 
lebt (resp. binnen 1 Jahr stirbt), ist dann 
Pan = a—d FESP. 940 — a 
n n 
Würde man aufs neue die Wahrscheinlichkeit p4, berechnen, 
indem man feststellte, wieviele der (n—d) von 1912--16 das 
41. Lebensjahr vollendenden Personen von 1913—17 das 42. Lebens- 
jahr vollendeten usw. und also fortgesetzt von den Erfahrungen in 
der zuerst betrachteten Generation (1871—75) profitieren, dann würde 
man eine Generationstafel von der von Laplace angegebenen Art 
erhalten. Eine Tafel für gleichzeitig Lebende bekommt man da- 
gegen, wenn man nach der Bestimmung von pıo aus den Erfahrungen 
in der Generation 1871—75 ebenso p,, mittels der Erfahrungen in 
der Generation 1870—74 und p,, mit Hilfe der Erfahrungen in der 
Generation 1869—73 usw. bestimmt, wonach sich der Verlauf der 
übrigen biometrischen Funktionen berechnen läßt. 
1) Deutsche Sterbetafel gegründet auf die Sterblichkeit der Reichsbevölke- 
rung in den 10 Jahren 1871—73 bis 1880—81, Monatshefte zur Statistik des 
Deutschen Reichs, Nov.-Heft, Jahrg. 1887, 
?) Neue Sterblichkeitstafeln fiür die Gesamtbevölkerung des Königreichs 
Sachsen. Zeitschr. des k. sächs. stat. Bureaus. 1894 und 1904 (40. u. 49. Jahre.)
	        
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