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quotient für die den Sterblichkeitsverhältnissen der Gruppe ent-
sprechende stationäre Bevölkerung gleich aa“ 18°%o wird, wäh-
’
rend man, wenn die 92000 Sterbefälle zu der von der Gruppe von
1911—15 durchlebten Zeit ins Verhältnis gesetzt werden, einen
Sterblichkeitsquotienten von ca. 13%. findet. Der wesentlichste
Grund dieses Unterschieds ist der, daß der Geburtenzugang zur Gruppe
viele Jahre vorher rund gerechnet doppelt so groß gewesen ist wie
ler Abgang durch Todesfall. Die Gruppe enthält infolgedessen weit
mehr junge Individuen als die ihrer Sterblichkeit entsprechende sta-
tionäre Bevölkerung; faktisch waren von 1911—15 etwa 67% der
Gruppe unter 35 Jahre alt, während sich nur ca. 52%, unter diesem
Alter finden würden, wenn die Sterblichkeit der Gruppe allein die
Altersgliederung bestimmt hätte; die territorialen Wanderungen
haben ebenfalls eine gewisse Rolle gespielt, jedoch auch nicht nur an-
nähernd die gleiche Bedeutung gehabt; es wird aber erhellen, daß
bei dieser Art von Störungen jedenfalls die Möglichkeit vorliegt,
daß das Resultat stark verschoben und für die Beurteilung der Lebens-
fähigkeit bedeutungslos werden kann; vgl. auch die Bemerkungen
im $ 40. Will man daher die Lebensfähigkeit einer gewissen Gruppe
lurch das Alter, welches die Individuen der Gruppe vor ihrem Tode
erreichen, ausdrücken, so muß dies mittels der auf Grund der Über-
lebenstafel der Gruppe berechneten mittleren Lebensdauer geschehen.
Im besonderen kann man von diesem Gesichtspunkte aus die
ben berührte Frage untersuchen, was die einzelnen Todesursachen
für die menschliche Lebensdauer bedeuten, und beispielsweise berechnen,
wieviel wohl die mittlere Lebensdauer zunähme, wenn es möglich
wäre, eine oder mehrere Todesursachen ganz auszurotten !). Wenn
berücksichtigt wird, daß dies in vielen Ländern faktisch z. B. für
eine so gut definierte Krankheit wie die Pocken geglückt ist, dann
knüpft sich ein bedeutendes Interesse daran, den Anteil der ein-
zelnen Todesursachen an der menschlichen Sterblichkeit untersuchen
zu können. Wie weit man in Richtung einer verminderten Sterb-
lichkeit gelangen kann, das wird indes ganz davon abhängen, in
welchem Grade man die Lebensbedingungen der menschlichen Ge-
sellschaft, hierunter die öffentliche und private Hygiene, wird ver-
bessern können; auch spielt hierbei natürlich die Kunst der Ärzte
eine Rolle.
i) H. Westergaard, The horoscope of the population in the twentieth
senturyv. Bulletin de l’Institut Int. de Statistiaue, T. XVII. Kobenhavn 1908. 8. 103.