Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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borene Person das Alter x erlebt (Überlebenskurve). In Figur 19b 
ist dagegen die im $ 320 mit L,(x)= 1,(x) + 1,(x) bezeichnete Wahr- 
scheinlichkeit dafür angeführt, daß ein neugeborenes Individuum das 
Alter x erreicht, ohne verheiratet worden zu Sein. 
Aus den Kurven geht hervor, daß, während die Sterblichkeit 
gleich von der Geburt an sehr groß ist, aber schnell auf ein Mini- 
mum fällt und danach wieder steigt (vgl. auch Figur 17), sich die 
Neigung der Unverheirateten zur Heirat in ganz entgegengesetzter 
Weise mit dem Alter verändert. Für die höheren Alter kann die 
Form der Kurven jedoch nicht im Sinne der niedrigeren Alter als 
bekannt angesprochen werden, da Erfahrungen auf diesen Altersstufen 
nicht im gleichen Umfange zur Verfügung stehen; daß die Sterblich- 
keitskurven ganz unten an der Abszissenachse schließen, während 
ler Abschluß der Trauungskurven als völlig wagerecht in einer ge- 
wissen Höhe über dieser Achse schließend angedeutet ist, ist daher 
nur ein Ausdruck für die Vermutung, daß alle sterben werden, 
während einige immer unverheiratet verbleiben (ca. 7 und 15% je- 
weils für Junggesellen und Mädchen). Diese Besonderheit führt mit 
sich, daß, wenn man ein der mittleren Lebensdauer entsprechendes 
mittleres Eheschließungsalter berechnen will, man von denjenigen 
Personen absehen muß, von denen so angenommen wird, daß sie nie 
verheiratet werden. 
Daß man auch eine Trauungstafel für ehemals Verheiratete, ins- 
besondere eine für Personen des Witwer- oder Witwenstandes und 
eine für Geschiedene berechnen könnte, ist ohne weiteres klar; bei 
einer solchen Berechnung wird man häufig auf die im $ 310 berühr- 
ten Annäherungsmethoden verwiesen sein; da der Zugang zu dem 
Bestande, von dem die hierzu erforderlichen Beobachtungen zu be- 
schaffen sind, jedenfalls nicht durch Geburt, sondern im wesentlichen 
ladurch, daß Ehen durch Tod oder Scheidung aufgelöst werden, vor 
sich geht, so erfordert eine genauere Untersuchung die Beobachtung 
des Alters der „überlebenden“ Gatten bei Auflösung der Ehe. 
323. Auch auf andere Aufgaben über die menschlichen Lebens- 
äußerungen können die dargestellten Methoden Anwendung finden. 
In der Statistik der Ehen könnte man die Ehe selbst (und nicht 
die Gatten) als die Einheit, dessen Lebensdauer man zu bestimmen 
sucht, betrachten und daraus die Wahrscheinlichkeit dafür ableiten, 
Jaß eine Ehe, welche x Jahre bestanden hat, noch nach h Jahren 
axistiert usw. Hinsichtlich des Bestandes an Ehen würde natürlich
	        
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