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untersuchten Personen; während diese jedoch eine geringere Sterb-
lichkeit aufweisen, ist die der Invaliden größer; in beiden Fällen
aber verschwindet der Unterschied im Laufe einer Jahresreihe (10
bis 15 Jahre) nach der Auswahl.
Wie die Untersuchung der Größe der menschlichen Sterblich-
keit für das Lebensversicherungswesen entscheidend gewesen ist und
dieses umgekehrt zur Bewerkstelligung solcher Untersuchungen bei-
getragen hat, so haben die Bestrebungen moderner Zeiten, die Existenz
nicht nur der auf Grund des Alters arbeitsuntauglichen Personen
‚Pensionierung), sondern überhaupt auch derjenigen, welche in jün-
geren Jahren durch Krankheit oder Unglücksfall invalide werden
(Invaliditätsversicherung), zu sichern, Untersuchungen über das Vor-
kommen von Invalidität erforderlich gemacht.
325. In der Krankenstatistik begegnet man einer mit
dieser Aufgabe nahe verwandten Frage, die daher auch hier berührt
sei. Den Sterbefällen in der Sterblichkeitsstatistik entsprechend ist
hier die in erster Linie interessierende Begebenheit das Auftreten
von Krankheiten; ebenso wie die Sterbefälle nach den Todesursachen
in Gruppen zerlegt werden können, kann man natürlich die Krank-
heiten nach ihren Ursachen einteilen. Besitzt man genaue Daten
über Sterbefälle, sowie über Ein- und Austritte, so läßt sich in ge-
wöhnlicher Weise die in einer Periode vom Bestande durchlebte
Zeit berechnen; und beobachtet man zugleich die Anzahl der in der
Periode eingetretenen Krankheitsfälle und die Zeit, welche die In-
dividuen des Bestandes krank zugebracht haben, dann läßt sich teils
für die Krankheitsfrequenz, teils für die relative Anzahl von Kran-
kentagen jedes Lebensjahres (Mitgliedschaftsjahres) ein Ausdruck
finden. Die hierbei beobachtete Anzahl von Krankentagen kann
indes von Krankheitsfällen stammen, welche bereits eine gewisse
Zeit vor dem Anfang der Beobachtungsperiode eingetreten sind,
ebenso wie Krankheiten, die in der Observationsperiode auftraten,
über diese hinaus andauern können. Könnte man mit hinlänglich
guter Annäherung den Zustand als stationär annehmen, so würde
dieses Verhältnis kein Hindernis dafür sein, die Durchschnittsdauer
der Krankheiten zu bestimmen. Diese Annahme hält jedoch im all-
gemeinen nicht Stich, was nicht nur bei der Bestimmung der Durch-
schnittsdauer, sondern überhaupt bei einer Einteilung der Fälle in
Gruppen nach der Dauer (kürzere und längere Krankheiten) zu be-
rücksichtigen ist. Von Interesse wäre ferner die Gliederung des