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Fast gleichzeitig wirkte Deparcieux (1703—1768) in Frank-
reich. Sein berühmter Essat sur les probabilites de la duree de la
vie humaine erschien im Jahre 1746. Er beschäftigte sich teils mit
den Resultaten von zwei noch nicht ausgestorbenen Ton-
tinen, vollständig korrekt berechnend, wie viele Personen dem Tode
ausgesetzt gewesen seien. Daß andere Beobachtungsreihen ganz ab-
geschlossen waren, vereinfachte die Aufgabe wesentlich. So unter-
suchte er Sterbelisten der Benediktinermönche, die in der
Periode von 1607—1669 im Alter von 17—25 Jahren ins Kloster
traten und im Jahre 1745 vollständig ausgestorben waren. Das Ma-
terial wird für die ganze Periode geschlossen behandelt. Es wäre
eine nur geringe technische Mehrarbeit gewesen, die Beobachtungs-
reihen in Perioden zu zerlegen und dann für jede Periode die An-
zahl von Personen festzustellen, die in jedem Altersjahr dem Tode
ausgesetzt waren. Zu jener Zeit bevorzugte man oft ungeteilte Be-
obachtungsreihen, weil man kein Auge hatte für die überaus großen
Verschiebungen in der Sterblichkeit von einer Periode zur anderen.
Für das Studium der Geschichte der Sterblichkeit ist eine Tafel wie
die für die Benediktinermönche berechnete von großer Wichtigkeit.
Deparcieux hat auch verschiedene unvollkommene Tafeln mitgeteilt,
die übrigens mit geringer Mehrarbeit technisch unangreifbar hätten
gemacht werden können.
Um schnell die mittlere Lebensdauer berechnen zu können, schlägt
Deparcieux eine recht unvollkommene Methode vor, die noch ein
paar Menschenalter leben sollte. Er geht davon aus, daß die mittlere
Lebensdauer größer sei als der Quotient, den man durch Division
der Volkszahl mit der jährlichen Geburtenzahl erhalte. Versuche
man dagegen eine entsprechende Berechnung mit Todesfällen, dann
würde man als Ausdruck für die mittlere Lebensdauer eine allzu große
Zahl erhalten. Deshalb müsse man als Nenner die Durchschnittszahl
aus Todesfällen und Geburten benutzen. Allerdings war die Unsicher-
heit solcher Methode damals lange nicht so groß wie heutzutage,
da die Geburtenzahl sehr oft der Anzahl von Sterbefällen un-
gefähr gleich kam; trotz solcher Mängel aber darf gesagt werden,
daß der Sterblichkeitsstatistik eine rationelle Grundlage geschaffen war.
Auch in anderen Ländern erschienen verdienstvolle Arbeiten
über dieses Gebiet, so in England; und man machte große Fort-
schritte in den Versicherungsberechnungen. In dieser Beziehung soll
für Dänemark der Mathematiker Tetens (1738—1807) erwähnt
werden, dessen „Einleitung zur Berechnung der Leibrenten und An-