Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

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weshalb es denn auch im allgemeinen unmöglich ist, seine Betrachtungsweise
 aufrecht zu erhalten.
Etwas anderes ist es, daß der Unterschied bisweilen so auffallend
groß sein kann, daß man sich zur KErklärung notwendigerweise
irgendeine kräftig wirkende Ursache denken muß. Beispielsweise
kann man folgende Zahlen für die Altersklasse 5—20 Jahre betrachten
 (Körösy a. a. O0. S. 132):

Anzahl der Sterbefälle unter
Todesursache Geimpften XNichtgeimpften unbest. Fällen Zusammen
Pocken ..... 74 372 2 448
andere Ursachen 1425 150 76 1651
Zusammen 1499 222 522 0008 2099
Sieht man von den zweifelhaften Fällen ab, so erhellt, daß bei
den Geimpften 5 °%,, bei den nicht Geimpften 71 °% sämtlicher Sterbefälle
 den Pocken zuzuschreiben sind. Da man nur Kenntnis von
den Sterbefällen, dagegen nicht von der Zahl der 5—20jährigen jeder
der Gruppen, aus denen die Sterbefälle hervorgegangen sind, hat
(einseitiges Material), so kann man im allgemeinen nicht ohne
weiteres aus den angeführten Prozenten einen Schluß zugunsten der
Impfung ziehen; denn die Größe dieser Prozente hängt außer von
der Sterblichkeit an Pocken in jeder der Gruppen auch von der
Sterblichkeit an den übrigen Ursachen in den beiden Gruppen ab. Bezeichnet
 man die Anzahl von 5—20jährigen und die Sterblichkeitsquotienten
 für jede der Gruppen in der unten angegebenen Weise:
Volkszahl Sterblichkeitsquotient für
Pocken andere Krankheiten

Gruppe I: Geimpfte ......... a Q,
Gruppe II: Nicht Geimpfte .... b Bı
so folgt aus den gegebenen Zahlen, daß
a0, = 74 b:6, = 302
a:0% = 1425 b-6 = 150,
und hieraus lassen sich die Zahlen, auf die es ankommt, nämlich «,
und w,, nicht finden. Dieser Umstand verhindert jedoch nicht, daß
man aus folgender Betrachtung der Zahlen schließen kann, daß die
Sterblichkeit an Pocken in Gruppe II (Nichtgeimpfte) aller Wahrscheinlichkeit
 nach erheblich viel größer sein muß als in Gruppe I (Geimpft6e):
Nehmen wir nämlich an, die Sterblichkeitsverhältnisse in Gruppe I
seien im Vergleich mit der Gruppe II sehr schlecht und — als etwas
ganz Extremes — daß c&, z. B. 4mal so groß wie ß, sei, dann ist
a: = 4a0, =— 1425,
            
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