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Waren zusammenmischen wird, kann andererseits die Unsicherheit
der Warenbezeichnung (Qualität) mit sich führen, daß eine solche
Vermischung tatsächlich stattfindet und sich in einer kleineren oder
größeren Unregelmäßigkeit in der Verteilung der Preise zu erkennen
gibt, einer Unregelmäßigkeit, die sich nicht wird beseitigen lassen,
ohne daß die Gliederung nach Waren (hierunter die Qualität) restlos
iurchgeführt wird.
356. Es ist namentlich die Einteilung des Preismaterials nach
Waren (Warengruppen), die dazu Veranlassung gibt, eine in der
Regel sehr große Anzahl von Gruppen in Betracht zu ziehen. Und
da diese Einteilung nur in den verhältnismäßig wenigen Fällen, wo
23s sich um Waren handelt, die sich gegenseitig substituieren können,
zur Vergleichung der Preise Anlaß geben kann (da sich auf diese
Weise die Preise zu einander entsprechenden Einheiten umrechnen
lassen), so müssen die wesentlichsten Vergleiche den Preis derselben
Ware an verschiedenen Orten oder zu verschiedenen Zeiten betreffen.
Ob dieser Vergleich Anlaß dazu gibt, einen eventuell vorgefundenen
Unterschied als lediglich zufällig oder durch Ursachen hervorgerufen
anzusehen, die zwar in der einen, aber nicht in der anderen Gruppe
auftreten, das ist bei Preisbeobachtungen genau so wie bei anderen
Beobachtungen zu entscheiden (vgl. $ 162).
Wenn man nun nicht nur die Preisverhältnisse einer einzelnen
Ware berücksichtigt, sondern die Untersuchung auf eine große An-
zahl von Waren ausdehnt, beispielsweise auf den Hauptteil solcher,
lie entweder für die Wirtschaft eines Betriebs, einer Haushaltung
oder einer ganzen Gesellschaft von Bedeutung sind, dann wird die
in der Regel große Anzahl von Gruppen, mit der in solchem Falle
nach Voranstehendem zu operieren ist, Nicht allein mit sich führen,
laß die vielen Warengruppen in größerem oder geringerem Grade
miteinander in Widerspruch geraten können, sondern auch den
Überblick über die Preisbewegungen sämtlicher Waren lerschweren,
selbst wenn diese in gleicher Richtung gehen. Diese Schwierigkeit
ist es, der man mittels der Berechnung einer Preisindexzahl Herr
zu werden sucht.
307%. Indem wir uns im wesentlichen darauf beschränken, im
folgenden die Variation der Preise im Laufe der Zeit zu betrachten,
xönnen wir uns damit begnügen, die Berechnung einer Preisindex-
zahl auf Grund der in einem gegebenen Augenblick geltenden Preise
zu betrachten. In der Praxis lassen sich solche Berechnungen mit
Westergaard und Nybolle, Theorie der Statistik, 2. Autl. 26