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heit zuzuschreiben sind, unter „Tod“ mitzurechnen, während der Abgang durch
Tod auf Grund der Tuberkulose zu demjenigen Ab- oder Zugang! gelegt werden
muß, der im übrigen bei Wanderungen über die Landesgrenzen stattfindet.
Bezeichnet man die Abgangsintensitäten für die so betrachteten Ursachen
mit jeweils u,(x) und u„(x), dann wird der Schwund in einem Zeitelement dx
unter 1(x) Personen im Alter von x Jahren gleich
— di= 10x). u, (x)dx + 1(3) + u, (Xx)dx
sein, so daß man auch hier
ı dl
76x“ 4, (X) + 44, (X)
der, wenn die Abgangsintensität für beide Gruppen von Ursachen als Ganzes
wie oben mit
21 ad
WX) = — Ic) d&x
oezeichnet wird, u(x) = u, (X) + (X)
erhält.
Es ist einleuchtend, daß diese Relation sich auf eine Teilung in beliebig
viele Gruppen von Abgangsursachen ausdehnen läßt. Aus der hier‘ gedachten
Teilung in zwei Gruppen geht hervor, daß, wenn sich der Verlauf von wu,(x)
und u, (x) durch Beobachtung bestimmen läßt, aus der gefundenen Relation folgt,
daß (x) = e-M6) = e—M, (x) . e-M,(x)
ist, wenn man, wie in den 88 307 und 308, die den Intensitäten u, u, und u,
entsprechenden Flächenfunktionen mit M(x), M,(x) und M,(x) bezeichnet. Ferner
erhellt, daß
X) =1,(x) 16)
ist, wo 1, und 1, die Altersgliederungen bezeichnen, welche die betrachteten zwei
Gruppen von Abgangsursachen jede für sich hervorzubringen trachten.
Die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, u,(x) und u„(x) auf dem
Wege der Beobachtung zu bestimmen, wenn zwei oder mehrere Abgangsursachen
auf einmal in einer Bevölkerungsgruppe auftreten, sind in den 8$ 316—318 er-
wähnt worden. Wie bei der empirischen Bestimmung der Sterblichkeit in einer
Bevölkerung, in der keine Wanderungen stattfinden, muß man hier mit Alters-
klassen endlicher Größe operieren. Beobachtet man nun die Anzahl von
Lebenden (n), die von t, bis t, das Alter x erreichen, und findet man, daß, bevor
diese n Lebenden das Alter x +h erreichen, d Sterbefälle und v Fälle der
Wanderung eintreffen, dann kann
q,.(x,h) = und g, (x,h) =
nicht unmittelbar die Wahrscheinlichkeiten dafür angeben, daß eine x-jährige
Person vor Verlauf von h Jahren jeweils stirbt oder „wandert“; denn d würde
größer geworden sein, wenn keine Auswanderung gleichzeitig stattgefunden hätte,
und dasselbe gilt hinsichtlich der Größe v, wenn keine Sterbefälle *eingetroffen
wären. In den weitaus meisten Fällen (vgl. jedoch weiter unten) muß man daher
in praxi Methoden der im 8 317 erwähnten Art anwenden.