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wurde die amtliche Statistik im Jahre 1861 organisiert und seit 1872
von Bodio geleitet. In den nordamerikanischen Freistaaten sam-
melte sich das Interesse im wesentlichen um die alle Jahrzehnte
abgehaltenen Volkszählungen. Hinsichtlich Skandinaviens kann
bemerkt werden, daß Dänemark 1834 eine Tabellenkommission er-
hielt, die mit nicht geringem Eifer arbeitete, während 1837 in Nor-
wegen ein statistisches Bureau errichtet wurde; Schweden baute be-
züglich des Bevölkerungswesens auf dem System des 18. Jahrhunderts
weiter, während die Statistik auf anderen Gebieten verschiedenen
Organen überlassen war.
Eine Schwierigkeit lag darin, daß man für eine Zentralisation
der Statistik nur wenig Sorge trug. Schweden ist in dieser Be-
ziehung ein Beispiel; in Frankreich gab es, außer dem eigentlichen
statistischen Bureau, ein Bureau für Bergwerksstatistik und ein
anderes für Rechtsstatistik; wie oben erwähnt, hatte in England die
Bevölkerungsstatistik ihr eigenes Zentrum, während das Board of
Trade die Handelsstatistik pflegen sollte.
Charakteristisch für diese Zeit ist die Gründung statistischer
Vereine. Von diesen erlangte die 1834 in London gestiftete sta-
tistische Gesellschaft die größte Bedeutung; die American Statistical
Association ward 1839 gegründet. Verschiedene Zeitschriften wirkten
für die Entwicklung der Statistik. Eine wahre Begeisterung für
numerische Tatsachen hatte die gesamte gelehrte Welt ergriffen.
Etwas später trat ein anderes Phänomen auf, das in wesent-
lichem Grade zur Förderung des Interesses für die Statistik beitrug;
es waren dies die internationalen statistischen Kon-
gresse, welche der Initiative Quetelets ihre Entstehung verdankten.
Der erste dieser Kongresse fand 1853 in Brüssel statt; später folgten
eine Reihe anderer, ebenso wie statistische Fragen auch auf anderen
Kongressen, z. B. für Hygiene und Demographie, erörtert wurden.
1885 trat in London die internationale statistische Gesellschaft ins
Leben (Institut international de statistique), die als Sammelpunkt für
statistische Fachinteressen eine bedeutende Rolle gespielt hat.
40. Es versteht sich von selbst, daß man nicht erwarten kann,
daß all diese unter solch starker Begeisterung zustande gekommenen
Untersuchungen auf rationellen Prinzipien fußten. Ganz im Gegen-
teil erschien eine Menge von Arbeiten mit leicht erkauften und
schlecht unterbauten Resultaten. Mehrere Verfasser jener Zeit
zeichnen sich mehr durch Fruchtbarkeit als durch Gründlichkeit aus.
Namentlich bot allmählich die Medizinalstatistik, auf Grund