Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

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Möglichkeit, auf natürliche Art und Weise das betreffende Kennzeichen
 (Einteilungsgrund) durch eine einzelne Zahl auszudrücken.
Auf der anderen Seite bietet die zahlenmäßige Ausdrucksweise in
gewissen Verbindungen so große Vorteile, daß man, wo die Möglichkeit
 ihrer Benutzung überhaupt zuwege gebracht werden kann,
unbedenklich Umschreibungen anwendet, obgleich sich dadurch oft
der Ausdruck für die Beobachtung erheblich von der Beobachtung
selbst entfernt. Als Beispiel hierfür kann die Umschreibung
ainer Reihe von Examensleistungen in ein einzelnes Durchschnittsprädikat
 erwähnt werden. Eine notwendige Bedingung für die
Durchführbarkeit ist es jedoch, daß die betreffenden Beobachtungen
sich in einer gewissen, nicht willkürlichen Reihenfolge ordnen
lassen; als zweites Beispiel kann daher auch die Einteilung
nach Farbe angeführt werden, welches Kennzeichen man oft unmittelbar
 als qualitativ auffassen wird. Da die Farbe indes als
Ausdruck für Licht von einer bestimmten Wellenlänge angesprochen
werden kann, werden Farben sich in einer gewissen, durch das
Sonnenspektrum gegebenen Reihenfolge anordnen und daher auch
wiedergeben lassen entweder durch eine zahlenmäßige Angabe der
eigentlichen Wellenlänge oder durch Zahlen, die durch diese ausyedrückt
 werden. In einem folgenden Kapitel wird ein Versuch,
auf ganz anderem Wege die Augenfarbe zahlenmäßig zu bestimmen,
erwähnt werden, ein Versuch, der indes auch auf der Tatsache fußt,
daß die Farben sich in einer im voraus gegebenen natürlichen Reihenfolge
 ordnen lassen.
56. Während hier nicht näher darauf eingegangen werden soll,
wie die statistischen Beobachtungen überhaupt vorgenommen werden
können oder müssen, wie man sie am besten einsammelt und wiederzibt?),
 ist doch im allgemeinen zu bemerken, daß die Beantwortung
Jieser Frage im wesentlichen teils von dem mit der Beschaffung
der Beobachtungen verfolgten Zweck, teils von den oft sehr wechselnden
 Bedingungen, unter denen Beobachtungen überhaupt beschafft
werden können, abhängig ist. Da es, wie oben erwähnt, besonders
die Vorgänge in der menschlichen Gesellschaft sind, welche uns hier
interessieren, werden die Beobachtungen, die im folgenden den
Gegenstand der Erörterung bilden sollen, zur Hauptsache, wenn
nicht gar ausschließlich, solche sein, die im Interesse der geordneten

ı) Siehe hierüber z. B. G. Jahn, Statistikkens Teknik og Metode, Kristiania
1990.
            
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