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Hause sind, z. B. wie im Deutschen Reiche den 1. Dezember; durch
Zu- und Abschreibung kann man dann mit dem Zählungsresultat als
Ausgangspunkt einigermaßen genau die Volkszahl am 1. Januar be-
stimmen, und man erhält dann wahrscheinlich diese Zahl genauer,
als wenn man den 31. Dezember oder 1. Januar als Zählungstag
genommen hätte. Anders verhält es sich mit einer gewerblichen
Betriebszählung; hier wird eine Sommerzählung bessere Bedingungen
für Vollständigkeit abgeben als eine Winterzählung.
Man unterscheidet in der Bevölkerungsstatistik zwischen der
anwesenden (faktischen), der rechtlichen und der ansäs-
sigen Bevölkerung usw. In der Regel wird man in unseren Tagen
die faktische (ortsanwesende) Bevölkerung zum Ausgangspunkt
wählen, um die größtmögliche Genauigkeit zu erreichen. Es zeigt
sich indes recht häufig, daß zeitweilig abwesende Personen in dem
Hausstand mitgerechnet werden, wo sie ihr Heim haben, und so viel-
leicht doppelt gezählt werden. Die Grenze für den hierbei ent-
stehenden Fehler ist für Deutschland 4000001). Es entsteht somit die
Frage, ob man es doch nicht zu guter Letzt vorziehen solle, die orts-
ansässige Bevölkerung als Ausgangspunkt in der Demographie zu
nehmen anstatt der faktischen. Übrigens versteht es sich von selbst,
daß die Frage nach der vorliegenden Aufgabe entschieden werden
muß. Wo es die Versorgung einer Stadt mit Lebensmitteln gilt,
würde man vorzugsweise nach der faktischen Bevölkerung fragen;
bei der Berechnung von Sterbetafeln wäre es vorzuziehen, die orts-
ansässige Bevölkerung und die auf sie entfallenden Todesfälle in
Erfahrung zu bringen.
Wenn die Beobachtungen — was der Fall sein muß, wo es
sich um Massenbeobachtungen handelt — von einem sehr großen
Kreis von Personen gemacht werden, welche nicht vorher eingeübt
oder in umfangreichem Grade belehrt werden können, muß man
überhaupt damit rechnen, daß die Originalbeobachtungen fehlerhaft
ausfallen können und es auch oft sind, was entscheidend sein kann,
wenn man den Unterschied zwischen den Verhältnissen innerhalb
zweier oder mehrerer Gruppen zu erklären sucht.
58. Mitunter fehlen gewisse Angaben ganz, so z. B. die Alters-
angabe, und es entsteht dann die Frage, wie man solche Fälle
behandeln kann. In der Regel ist diese Art Mängel übrigens be-
deutungslos. In Berlin wurden im Jahre 1910 im ganzen unter
” Beukemann, in der Festschrift für von Mayr, a. a. O. S. 203.
Westergaard und Nybeile, Theorie der Statistik, 2. Aufl. T