84.
die Jahre 1908—1914 mag im Anschluß hieran erwähnt werden !):
Ganz junge Brautleute und besonders die Bräute geben bei der
Trauung oft ihr Alter zu hoch an. Dies geht nicht nur aus Un-
regelmäßigkeiten in der Altersgruppierung der Getrauten, wie wir
es oben sahen, hervor, sondern auch aus Vergleichungen mit den
Zahlen der Geburtsstatistik für Geborene, deren Mütter den be-
treffenden Jahrgängen angehören. Durch Korrektion der Zahlen mit
Hilfe der Geburtsstatistik gelangt man beispielsweise zu folgendem
Resultat:
Nach Mit- .
Heiratsalter teilungen der en
Braut
18 Jahre 13 246
19. 18 140
20 20 231
21 ; 32 673
Zusammen: 84 290
59. Das hier Angeführte mahnt zur Vorsicht bei jeder sta-
:istischen Untersuchung. Fehlerquellen bei Altersgruppierungen sind
selbstverständlich nur ein einzelnes Beispiel der großen Schwierig-
keiten, denen man überall begegnet, wo es gilt, ein einigermaßen
zuverlässiges Material zu beschaffen. Wo man anfaßt, wird man
auf solche Schwierigkeiten stoßen. So z. B. bei der Einteilung der
Bevölkerung nach Zivilstand und Beruf, Was die erste Teilung
anbetrifft, so ist die Beantwortung schon mit der Frage gegeben;
aber Geschiedene oder getrennt Lebende werden sich nichts desto-
weniger häufig als verheiratet oder als im Witwen- oder Witwerstande
lebend registrieren lassen; Personen in freier Ehe werden sich als ver-
heiratet bezeichnen usw. Sondert man dagegen nach Erwerbszweigen,
Jann können die Angaben der Zählerlisten nicht in derselben Weise
den tatsächlichen Zusammenhang decken; sowohl bei der Beantwortung
der Fragen wie unter der Bearbeitung wird es schwierig sein, zwischen
selbständigen Personen und Hilfspersonal oder zwischen aktiven
Personen und solchen, die nicht mehr arbeiten, zu unterscheiden ?).
Etwas ganz Ähnliches gilt in zahlreichen anderen Fällen, wo die
Grenzen fließend sind, z. B. bei Beobachtungen über Haar- und
‘\ G. H. Knibbs, The mathematical theory of population, Census of the
Commonwealth of Australia, App. A, Melbourne 1917, S. 193—194.
?) Vgl. z. B die Verhandlungen bei der 13. nordischen statistischen Tagung
in Kristiania (jetzt Oslo) 1924 (Kristiania 1924).