118 Die einzelnen Wirtschaftszweige etc.
geringen Prozentsatz des Gesamthandels erlangen konnte?), Der
üeutsche Handel hatte wesentliche Fortschritte gemacht, wenn
auch gelegentliche Rückschläge nicht ausgeblieben waren.
Der Weltkrieg hat den deutschen Handel für längere
Zeit ausgeschaltet, während er den Handel Mexicos mit den Ver-
einigten Staaten wesentlich erhöht hat. Und wenn auch nach
dem Friedensschluß Deutschland allmählich als ein- und aus-
führendes Land sich wieder geltend zu ntachen vermochte, so
blieb doch sein Anteil am mexicanischen Handel verhältnis-
mäßig bescheiden, wie die Tabelle XV zeigt. 1924 war
Deutschlands Anteil an der mexicanischen Einfuhr wieder 7:2% ,
an der Ausfuhr 29%. Es ist nicht leicht, der amerikanischen
Konkurrenz gegenüber sich durchzusetzen, da die Schnelligkeit
und Billigkeit der Warensendungen sowie die Möglichkeit, ohne
beträchtlichen Zeit- und Geldverlust die Waren im Ursprungs-
land vor Erlassen der Bestellung persönlich zu sehen und zu
prüfen, sehr zugunsten der Vereinigten Staaten sprechen. Und
als zweites macht der treffliche Kenner Mexicos, Geo
A. Schmidt, mit Ernst und Nachdruck geltend, daß Deutsch-
land in dem Konkurrenzkampf gegen die Vereinigten Staaten
nur dann Vorteile erringen kann, wenn es wieder, wie vor dem
Krieg, nur erstklassige Waren schickt und wenn sich die
deutsche Industrie unter sich über die Herstellung bestimmter
Einheitstypen unter Anpassung an die Wünsche der mexicani-
schen Kunden verständigt.
Glücklicherweise gewährt die Zuverlässigkeit der in
Mexico seit alter Zeit ansässigen Landsleute dem deutschen
Handel einen festen Rückhalt, so daß man mit festem Vertrauen
in die Zukunft blicken kann. sobald einmal wieder Ruhe und
1) Im Kleinhandel sind die Nordamerikaner in Mexico nicht in
größerer Zahl beschäftigt. Deutsche besitzen in Mexico eine größere Zahl
von Detailgeschäften, namentlich häufig Eisenhandlungen, während die
Franzosen sich hauptsächlich dem Handel von Kleiderstoffen und Luxus-
waren, die Spanier und zum Teil auch Italiener dem Spezereihandel zu-
neigen. Im Bankwesen stehen die Nordamerikaner wieder an erster Stelle,
während das deutsche Bankwesen durch eine Filiale der Deutsch-Süd-
amerikanischen Bank von Berlin in Mexico vertreten ist.