Metadata : Der Pommersche Landbund

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verantwortlich  zu  machen  sind.  Es  geht  nicht  an,  daß  die  Oeffentlichkeit  immer
wieder  über  Landarbeiterstreiks  aufgeregt  wird.  Ich  weiß,  was  die  Herren
wollen.  Sie  glauben  eben,  die  Regierung  könne  nichts  zum  Schutz  der  Landarbeiter ­
  tun,  weil  sie  auf  die  Hilfe  der  Landwirte  angewiesen  sei,  weil  die
Landwirte  sonst  nichts  mehr  abliefern  würden.
Ich  erkläre  nochmals,  daß  wir  bereit  sind,  in  dieser  Beziehung  zu  ver-i
handeln;  aber  das  Recht  der  Arbeiter  lassen  wir  auch
von  den  pommerschen  Landjunkern  uns  nicht  streitig
m  a  ch  e  n.  Wir  hoffen  und  wünschen,  daß  es  uns  auch  hier  wie  anderwärts
gelingt,  zu  Verhandlungen  zu  kommen,  und  daß  uns  auch  das  künftige  Erntejahr ­
  vor  größeren  Erschütterungen  der  Landwirtschaft  verschonen  wird.
Run  muß  ich  noch  eine  Frage  betonen.  Es  wird  immer  gesagt,  die  Tarifverträge ­
  müßten  eingehalten  werden.  Ganz  richtg,  das  gilt  für  normale
Zeiten.  (Lebhafter  Widerspruch  bei  den  Deutschnationalen.)  Gestatten  Sie,
lassen  Sie  mich  doch  mal  ausreden.  Ich  sage,  das  gilt  für  normale  Zeiten;,
heute  aber  haben  wir  anormale  Zeiten.  Gestern  fand  eine  Verhandlung  statt,
wo  Sie  Forderungen  stellten,  was  Sie  für  die  Tonne  Roggen  und  für  die
Tonne  Weizen  bezahlt  haben  wollen,  und  dann  erklärten  dort
Vertreter  der  Landwirtschaft,  die  Arbeiter  müßten
gezwungen  werden,  zu  einem  bestimmten  Satz  zu  ar  -
b  eiten.  Wenn  ich  das  ausgesprochen  habe,  so  habe  ich  es  gesagt  mit  Rücksicht ­
  auf  die  herrschenden  Zustände,  wo  wir  es  künftig  mit  laufenden  Preiserhöhungen ­
  zu  tun  haben  werden.  Glauben  Sie,  daß  die  Arbeiter ­
  mit  Löhnen  zufrieden  sein  können,  die  im  Januar ­
  abgeschlossen  sind  und  die  noch  im  Dezember
desselben  Jahres  gelten  sollen?  (Zurufe  bei  den  Deutschnationalen: ­
  Rein!)  Ich  sage,  auf  diesen  Boden  muß  man  sich  stellen.  Gestatten ­
  Sie  nochmals,  daß  ich  einen  Namen  erwähne,  den  des  Herrn  von  der
Osten,  der  in  einer  Rede  ausführte,  es  wäre  nach  dem  Bürgerlichen  Gesetzbuch
und  nach  der  Landarbeiterordnung  gültig,  was  in  den  Tarifverträgen  stehe,
und  das  würde  von  den  Arbeitern  nicht  eingehalten.  Wenn  die  Tarifverträge
abgeschlossen  worden  sind  im  Sommer  des  Jahres,  und  im  Laufe  des  Jahres
ist  die  enorme  Steigerung  für  alle  Produkte  eingetreten,  besonders  für  Schuhwerk ­
  und  Kleidung,  dann  können  Sie  es  den  Landarbeitern
nicht  verargen,  daß  sie  Nachforderungen  stellen.  Ich
habe  gestern  mit  einem  schätzenswerten  Mitglied  dieses  Hauses  gesprochen,
welches  meinte,  wir  würden  dazu  kommen  müssen,  die  Tarifverträge  vierteljährlich ­
  zu  begrenzen  und  dann  wieder  zu  Verhandlungen  zusammenzutreten.
Wenn  Sie  verlangen,  daß  man  die  Kohlen  preise  als
Index  fürdie  Getreidepreise  behandelt,  dann  müssen
Sie  auch  den  Arbeitern  gestatten,  daß  sie  auch  so  ihre
Löhne  bewertet  haben  wollen.  (Sehr  richtig!  bei  den  Sozdem.)
Das  verlangen  wir,  und  damit  sind  gewiß  nicht  nur  meine  Freunde  von  der
Sozialdemokratie  einverstanden,  sondern  wohl  alle,:  welche  das  Wirtschaftsleben ­
  kennen.  Aber  man  kann  nicht  zu  einem  Resultat  kommen,  wenn  in
der  Presse  über  jeden  Fall,  der  auf  einem  Gut  passiert,  daß  die  Leute  mal  aus
diesem  oder  jenem  Grunde  die  Arbeit  niederlegen,  gewaltiger  Lärm  geschlagen
wird.  Man  muß  versuchen,  die  Sache  im  Verhandlungswege  zu  schlichten,
und  ich  glaube,  daß  alle,  die  schon  bei  Verhandlungen  zwischen  Arbeitgebern
und  Arbeitnehmern  zusammengesessen  haben,  wissen  werden,  daß  wenn  es
manchmal  auch  heiß  hergegangen  ist,  doch  zum  Schluß  immer  ein  Resultat
herausgekommen  ist.  Auf  diesen  Boden  muß  sich  auch  die  pommersche  Landwirtschaft ­
  stellen,  wie  es  anderwärts  der  Fall  ist,  dann  wird  man  auch  in
            
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