Object: Übervölkertes Land

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Die Bevölkeruägsverhältnisse der Erde 
V-v 
Es entfallen also 333 ; 0'83 = zirka 400 Einwohner pro 
Quadratkilometer Ackerland (gegen 246 in Deutschland, 298 in 
Großbritannien, 530 in Belgien). 
Abgesehen von der Pest, die z. B. allein in der Präsident 
schaft Bombay im Oktober 1903 an 14.000 Personen hinweg 
raffte, ist seit 1873 die Hungersnot zu einer fast ständigen Er 
scheinung geworden. 1891 bis 1900 waren 81 Millionen Menschen 
(30% der damaligen Gesamtbevölkerung auf 40% des Flächen 
inhaltes) von Hungersnot betroffen. — , 
Wir sehen also in den beiden großen Menschenanhäufungen, 
China und Indien, alle dehtliehen Zeichen der Übervölkerung. 
Hungersnot und Auswanderung in China, Hungersnot und Pest 
in Indien treten als selbsttätige Regulativmittel auf, die von Zeit 
zu Zeit die Volksvermehrung eindämmen. Trotzdem iiberwiegt 
aber die Tendenz zur Vermehrung, und die Volkszahl nimmt 
daher rasch zu. 
In Europa, dessen West- und Mittelstaaten das dritte der, 
großen Stauungsgebiete bilden, sind bis jetzt die Zeichen der 
Übervölkerung noch nicht so deutlich zutage getreten. Höhere 
Kultur und die Beherrschung ungeheurer überseeischer Kolonien 
haben ihm bisher die Mittel geboten, seinen Volksüberschuß mit 
dem Nötigen zu versehen. Aber das Expansionsbedürfnis hat 
jene Spannungen erzeugt, die zum Weltkriege führten. Er 
war ein Elementarereignis, das man recht wohl als ein un 
bewußtes Regulativmittel gegen die Übervölkerung, ähnlich wie 
Pest und Hungersnot in den asiatischen Übervölkerungszentren, 
deuten kann. 
Nun noch einige Worte über Japan und Ägypten. 
Von der Gesamtfläche Alt-Japans (382.000 hm 2 ) sind nur 
70.000 hm 2 landwirtschaftlich verwertet, während 225.000 hm 2 
(60%) auf Waldungen entfallen. Die 70.000 hm 2 landwirtschaft 
licher Fläche müssen 55 - 9 Millionen Menschen ernähren, es ent 
fallen also pro Aekerquadratkilometer nahezu 800 Menschen. 
Eine so dichte Besiedlung ist nur bei der außerordentlichen 
Genügsamkeit des Volkes, dessen Hauptnahrung Reis bildet, und 
bei der geringen Viehzucht, die wenig Futter absorbiert, möglich. 
Dabei ist die Vermehrung des Volkes eine sehr starke (0‘9%,, 
pro Jahr). (
	        
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