er beabsichtigte. Später sagte er einmal, er habe es
„als seine Pflicht betrachtet, hinzufahren und den Prä-
sidenten noch einmal zu besuchen‘, obwohl man ihn
nicht darum gebeten hatte.
Als er in Washington aus dem Zug stieg, erwartete
ihn zu seinem Erstaunen der Kriegssekretär Daniel
Lamont auf dem Bahnsteig, Dieser teilte ihm mit, seine
Abreise sei aus New York gemeldet worden, und ohne
zu wissen, was er in Washington wolle, habe der Prä-
sident sich verpflichtet gefühlt, ihm mitteilen zu lassen,
daß er seine Ansicht über die Verantwortlichkeit des
Kongresses nicht geändert habe, daß er der Frage einer
privaten Ausgabe von Schuldverschreibungen nicht
nähertreten und Morgan nicht empfangen wolle. Mor-
gan sagte Lamont, er sei nach Washington gekommen,
um mit dem Präsidenten zu sprechen, er werde im
Arlington-Hotel absteigen und dort bleiben, bis er ihn
gesprochen habe. Er rief eine Droschke an und fuhr
mit Bacon zu dem Hotel.
Die Nachricht von seiner Ankunft ging bald durch
die ganze Stadt und sofort suchten ihn Beamte des
Schatzamts, Kongreßmänner und andere, die mit der
Lage vertraut waren, auf. Sie alle wußten um die Not-
lage des Schatzamts und berichteten alle dasselbe, daß
es nämlich unmöglich sei, das Kapitol zum Handeln
zu bringen, Die Stunde der Silberanhänger war ge-
kommen, Jetzt hatten sie, wie sie meinten, die Mög-
lichkeit, das Gold zu entthronen und in dem daraus
entstehenden Zusammenbruch und Wirrwarr ihre eige-
nen Theorien in die Wirklichkeit umzusetzen. Jeder
Besucher sprach über die gefährliche Lage und schüt-
tete Morgan sein Herz aus, aber keiner machte irgend-
einen Vorschlag,
Den ganzen Abend dauerte diese Art Cercle an.
Morgan saß ruhig da, rauchte und sagte nichts. Nach
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