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politischen Fragen hinter den wirtschaftlichen Aufgaben
zurücktreten mußten. Aber der äußere Aufbau des diplo
matischen Vertretungskörpers ist in allem Wandel der Zeiten
fast unverändert geblieben, obwohl der Umschwung in der
Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung, den die Älteren
unter uns noch selbst miterlebt haben, eine Konzentrierung
der verantwortlichen Entscheidungen mit sich brachte, und
obwohl Charakter und Tendenz der internationalen Be
ziehungen andere geworden sind. Diesem Wandel der
Zeiten ist in keiner Weise ausreichend Rechnung getragen
worden, zumal die mit gesteigerter Notwendigkeit er
forderte wirtschaftliche Interessenvertretung in der Haupt
sache zu einem diplomatischen Anhängsel geworden ist, und
das in einer Periode, in der es politische Stärke ohne wirt
schaftliche Macht nicht geben kann. Derartige Betrachtungen
sollen gewiß keinen Vorwurf gegen die Tüchtigkeit der
wenigen Männer enthalten, die berufen worden sind,
als Handels- und Gewerbe-Attaches des schwierigen
Amtes der wirtschaftlichen und gewerblichen Spezial-
Sachverständigen für das Deutsche Reich im Ausland
zu walten. Man hat diese Männer alle ohne die Mittel
und somit ohne die Möglichkeit gelassen, die großen
und weitgesteckten Aufgaben zu erfüllen, die man mehr
dunkel ahnte als klar erkannte, da man die Anstellung
vollzog. Ich will früher Gesagtes hier nicht wiederholen,
allerdings gern hervorheben, daß in der Beschleunigung
und Vertiefung der behördlichen Berichterstattung während
der letzten Zeit, soweit dies bei dem jetzigen Zuschnitt
möglich ist, im allgemeinen wie speziell für Amerika
ein erkennbarer Umschwung zum Besseren eingetreten ist.
In den Dienst der von mir angeregten „wirtschaftlichen
Abteilungen“, nur das sei kurz nochmals betont und in weni
gen Einzelheiten ausgeführt, wären z. B. einzubeziehen: ein