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Arbeitslohn und Kapital.
Buch I.
gebraucht werden können, nicht nötig, daß eine vorherige Produktion
der zuin Unterhalt der Arbeiter während des Produktionsprozesses
erforderlichen Güter stattgefunden hat. Es ist nur nötig, daß innerhalb
des Austauschkreises eine gleichzeitige Produktion hinreichender Sub
sistenzmittel für die Arbeiter vor sich geht und die Bereitwilligkeit vor
handen ist, diese Subsistenzmittel für den Gegenstand, auf den die
Arbeit verwendet wird, zu vertauschen.
Und ist es nicht im gewöhnlichen Verlaufe der Dinge tatsächlich
so, daß die Konsumtion durch eine gleichzeitige Produktion erhalten
wird?
Hier ist ein reicher Müßiggänger, der weder mit dem Kopf noch
mit der Hand arbeitet, sondern von dem Vermögen lebt, das ihm sein
Vater, sagen wir in amerikanischen Staatspapieren, hinterlassen hat.
Kommen seine Lebensmittel tatsächlich aus dem in der Vergangenheit
angehäuften Vermögen oder aus der um ihn vor sich gehenden pro
duktiven Arbeit? Auf seinem Tische sind frisch gelegte Eier, gestern
geschlagene Butter, Milch, welche die Kuh am Morgen gab, Fische,
die noch vor vierundzwanzig Stunden im Meere schwammen, Fleisch,
das der Metzgerbursche gerade rechtzeitig zum Braten brachte, Gemüse
frisch aus dem Garten und Früchte vom Bäum —kurz, kaum irgend etwas,
das nicht eben erst die Hand des produktiven Arbeiters (denn in diese
Kategorie müssen die den Transport und die Verteilung besorgenden
Personen so gut wie die in den ersten Stadien der Produktion Be
schäftigten eingerechnet werden) verlassen hätte und nichts, das vor
längerer Zeit produziert wäre, es müßten denn einige Flaschen alten
Weines sein, was dieser Mann von seinem Vater erbte, und wovon
er, wie wir sagen, lebt, sind keineswegs faktische Güter, sondern ist
nur die Macht, über Güter zu verfügen, die andere produzieren. Und
aus dieser gleichzeitigen Produktion werden seine Suhsistenzmittel
entnommen.
Die fünfzig (engl.) Vuadratmeilen Londons enthalten unzweifel
haft mehr Güter als innerhalb des gleichen Raumes irgendwo sonst
existieren. Dennoch würden, wenn auf einmal die produktive Arbeit
in London aufhören sollte, die Menschen innerhalb weniger Stunden
anfangen, gleich kranken Schafen zu sterben, und in einigen Wochen
oder höchstens einigen Monaten würde kaum einer am Leben geblieben
sein. Denn eine völlige Unterbrechung der produktiven Arbeit würde ein
schrecklicheres Unglück sein, als es je eine belagerte Stadt erfuhr. Es wäre
keine bloße äußere Umfassungsmauer, wie sie Titus um Jerusalem
zog, die den fortwährenden Zugang der Einfuhren, von denen eine große
Stadt lebt, verhinderte, sondern es wäre, als wenn eine ähnliche Mauer
um jeden Haushalt gezogen würde. Man denke sich eine solche Unter
brechung der Arbeit in irgendeinem Lande, und man wird inne werden,
wie wahr es ist, daß die Menschheit faktisch aus der Hand in den Mund