Object: Der Pommersche Landbund

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M i I i t ft x a n. In Greifenberg ist auch ein großes Auto m i t Hand 
granaten erschienen, trotzdem die Kollegen gar nichts verbrochen hatten. 
In Pommern hat eben der L and b und das Heft in Händen, 
n i ch t d i e R e g i e r u n g. 
In der Landarbeitsordnung ist der 8 16 für uns rin großer Krebs 
schaden. Die Arbeitgeber verstehen ihn sehr gut, für sich auszulegen. Wenn 
ein Arbeiter, der nur als Taglöhner beschäftigt geivesen ist, als Knecht ar 
beiten soll und sagt, er sei noch nicht mit Pferden vertraut gewesen, so gilt 
das als Arbeitsverweigerung und er kann sofort entlassen werden. — Also 
es muß dafür gesorgt werden, daß die reaktionäre Sippe entfernt wird. 
Wir wollen nicht etwa nur Sozialdemokraten, sondern müssen dem Rech 
nung tragen, daß wir heute eine Koalitionsregierung haben. Abe>. solche 
reaktionären Elemente können wir nicht mehr dulden. Hier muß völlig 
ausgeräumt werden. Wir müssen eine unparteiische Stütze im Kreise haben, 
auf die wir uns verlassen können. 
Vors. Schmidt bittet die Redner sich möglichst kurz zu sasseu und das 
Material, das sie bei sich haben, dem Vorstand zu übergeben. 
Ei s er m a n u - Köslin: Kollege Schmidt hat recht, wir wollen uns 
auf das wesentliche hier beschränken und uns nicht in Einzelfälle verlieren. 
Ich- gebe ihm auch recht, daß bis zum Juni in Pommern alles ruhig war. 
Man könnte von gegnerischer Seite sagen: Von der Zeit an hat die Orga 
nisation der Landarbeiter eingesetzt. Aber das müssen wir entschieden ab 
lehnen. Wir hatten es gar nicht notwendig, die Landarbeiter erst zu ver 
hetzen, sie sind uns zugeströmt. Die Unruhe ist erst hineingetragen worden, 
als es sich darum handelte, den Tarifvertrag mit den Landarbeitern abzu 
schließen. Nun stützen sich die Arbeitgeber daraus, Einzelverträge seien 
vorhanden gewesen, die Landarbeiter hätten im April selbst die Verträge 
abgeschlossen'. Aber wie lagen die Dinge. Es ist nicht Schuld der Land 
arbeiter, daß sie ungünstige Einzelverträge abgeschlossen haben, die Kollegen 
waren meist vom Heeresdienst entlassen, da kam es für sie vor allem darauf 
an, wieder in Arbeit zu treten,' sie waren auch ganz unaufgeklärt über die 
Lage in Deutschland, und so haben sie sich die ungünstigen Verträge auf 
drängen lassen. Die Kollegen sind dann zu uns gekommen mit ihren Wün- 
jcherg weil sic wußten, daß wir sie schützen würden. Die Organisation 
wuchs ganz kolossal in die Breite. Wir mußten nun auch bafür' sorgen, 
daß die Kollegen wirtschaftliche Vorteile erlangten, daher wurde überall 
versucht, in Tarisvcrhnndlnngen einzutreten. Die Arbeitgeber hatten cs 
in der Hand, dafür zu sorgen, daß keine Unruhe in die Landwirtschaft hin 
eingetragen wurde. Im Kreise Lauenburg haben wir zuerst eingesetzt. 
Dort bestand ein Tarif, der abgeschlossen war von dem Landarbeiter- und 
Bauernrat. Die Sitzung verlief zunächst ergebnislos, später kam es dann 
zum Tarifvertrag. Schlimmer sah cs schon im Kreise Schivelbein aus. 
Wir kamen schließlich auch zu Tarifverhandlungen. Es fanden fünf 
Sitzungen statt, man hat sich Punkt für Punkt herumgeschlagen, kam aber 
zu keinem Resultat. Die Taktik der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlun 
gen ist recht sonderbar. Sie versuchen, die Kollegen gegen uns auszuspie 
len, indem sie sagen, die Landarbeiter sind doch zufrieden mit ihren Löhnen. 
Die letzte Sitzung in Schivelbein hatte bis nachts ^12 Uhr gedauert, aber 
wir konnten zu keinem Ergebnis kommen. 'Schließlich haben wir uns im 
Interesse der Volksernährung und der Aufrechterhaltung um Ruhe und 
Ordnung im Kreise, da wir wußten, daß die Kollegen noch nicht genügend 
geschult 'sind, entschlossen, den Vertrag zu unterzeichnen, trotzdem er nicht 
unseren Wünschen entsprach. Die andere Seite hat die-Lage gewissenlos
	        
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