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Zuckerrüben

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Zündhölzer

sie  möglichst  glatt  sein,  keine  Verästelungen,
wenig  und  feine  Seitenwurzeln  treiben,  im  Fleisch
dicht,  hart  und  weiß  sein,  damit  sie  beim  Zerkleinern ­
  möglichst  wenig  Abfall  geben.  Diesen
Anforderungen  entsprechen  die  erstgenannter^
Arten  am  besten.  Die  Zucht  von  Samen  guter  Z.
ist  sehr  lohnend  und  wird  von  Handelsgärtnem
und  auch  von  einzelnen  Landwirten  im  Großen
betrieben.  —  Der  Anbau  der  Z.  setzt  die  Vereinigung ­
  geeigneten  Bodens,  günstigen  Klimas,  leichten ­
  Bezugs  und  guter  Arbeitskräfte  voraus.  Auch
ist  die  Nähe  einer  Zuckerfabrik  und  zur  Verwertung ­
  der  Abfälle  die  Einführung  von  Viehzucht
erforderlich.  In  Deutschland  bildet  die  Magdeburger ­
  Ebene  das  Hauptgebiet.  Nächst  diesem
ist  der  Anbau  noch  bedeutend  in  Schlesien  und
um  Braunschweig,  ferner  in  Anhalt,  der  Umgegend ­
  von  Leipzig  (Markranstädt,  Lützen)  und
Döbeln;  in  Österreich  besonders  in  Böhmen  und
Mähren,  und  in  Frankreich  in  den  Norddepartements, ­
  mit  Lille  als  Mittelpunkt.  Neuerdings
beteiligen  sich  auch  Belgien.  Holland,  Schweden,
Rußland,  England  und  Amerika  am  Rübenbau.
Die  Z.  wird  vorzugsweise  direkt  ausgesät,  und
zwar  auf  vorher  sehr  sorgfältig  bearbeiteten  und
gut,  wenngleich  nicht  zu  reichlich  gedüngten
Boden.  Von  den  Düngemitteln  sind  Phosphorsäure ­
  und  Kali  in  erster  Linie  zu  berücksichtigen.
Man  ackert  kleine  Beete  oder  Kämme  und  sät
auf  diese,  also  reihenförmig,  mittels  besonderer
Maschinen  oder  mit  der  Hand  je  3—4,  selten  bis
acht  Samen  an  eine  Stelle.  Zur  besseren  Keimung ­
  läßt  man  den  Samen  oft  vorher  quellen
oder  mischt  ihn  mit  feinem  Sande.  1  hl  „Samen“
wiegt  im  Durchschnitt  25  kg.  —  Für  den  Fabrikanten ­
  kommt  es  darauf  an,  die  Z.  möglichst  oft
bauen  zu  können,  die  Bedingungen  ihres  Wachstums ­
  also  vollständig  zu  beherrschen.  Es  ist  jetzt
gelungen,  bis  t/a  der  verfügbaren  Bodenfläche  unbedenklich ­
  mit  Z.  zu  bebauen;  hingegen  empfiehlt ­
  es  sich  im  Großen  nicht,  darüber  hinauszugehen, ­
  weil  dann  die  zahlreichen  Feinde  der
Pflanzen  zu  sehr  überhandnehmen  und  den  Anbau ­
  eine  Zeitlang  unmöglich  machen.  Hinsichtlich ­
  der  Düngung  und  Bearbeitung  gibt  es  keine
Schwierigkeiten  mehr.  Der  Rübenbauer  braucht
am  meisten  Handelsdünger  und  die  besten  Ackergerätschaften, ­
  verwendet  am  meisten  Sorgfalt
mit  Jäten,  Verpflanzen,  Behacken,  Behäufeln
usw.  auf  seine  Felder  und  führt  unter  großem
Kostenaufwand  einen  unablässigen  Krieg  gegen
die  Feinde  aus  der  Tier-  und  Pflanzenwelt.
Unkraut  (Melden,  Ackersenf  usw.),  Rost  der
Blätter,  Herzfäule,  Fäulnis  durch  den  Wurzeltöter, ­
  Schwärze  oder  Rußtau,  Blattdürre  und  eine
der  Kartoffelkrankheit  ähnliche  Erkrankung,  die
fast  alle  durch  Pilze  veranlaßt  werden,  ferner
Aaskäfer,  schwarze  Moosknopfkäfer,  Rübennematoden ­
  (nach  manchen  die  Ursache  der
Rübenmüdigkeit),  Saatschnellkäfer,  neblige  Schildkäfer, ­
  Kohl-,  Wintersaat-  und  Ypsiloneule,  Runkelfliege ­
  und  Engerlinge  sind  die  hauptsächlichsten ­
  Feinde,  welche  die  Z.  bedrohen.  Der  Zuckergehalt ­
  wird  außerdem  wesentlich  durch  dieWittermlg
  bedingt  und  kann  deshalb  nach  Jahrgängen
bedeutenden  Schwankungen  unterliegen.  Die
Blätter  kommen  als  Futtermittel  in  Betracht.
Die  Ernte  findet  so  spät  als  möglich  statt,  die
Aufbewahrung  jetzt  nur  noch  in  Erdmieten.  —-Zur
  Samenzucht  werden,  wie  bei  allen  ähnlichen ­

  Gewächsen,  die  schönsten,  am  gleichmäßigsten ­
  gewachsenen,  unverletzten,  aber  nicht  über
1  kg  schweren  Rüben  bestimmt,  bei  der  Ernte
sofort  ausgeschieden  und  dadurch  rum  Überwintern ­
  hergerichtet,  daß  man  die  Blattrosetten  ausdreht ­
  oder  ohne  Verletzung  der  Herzknospe  s  cm
über  dem  Kopfe  abschneidet.  Die  Rüben  kommen ­
  dann  im  Keller  in  ein  Sandbett  und  werden
im  Frühjahr  auf  ihren  Zuckergehalt  geprüft,  indem ­
  man  mit  Hilfe  besonderer  Maschinen  etwas
Rübenbrei  herausbohrt  und  der  polarimetrischen
Untersuchung  unterwirft.  Die  zuckerreichsten
Rüben  werden  nun  ausgelesen  und  nach  Verschließung ­
  des  Bohrlochs  mit  Erde  im  April  in
gartenmäßig,  bearbeitetes,  besonderes  Ackerland
mit  einem  Flächenraume  bis  zu  1  qm  für  jede
Pflanze  ausgepflanzt.  Die  weitere  Behandlung
im  Felde  besteht  im  Reinhalten,  Lockern,  Behäufeln ­
  und  Anbinden  der  Stengeltriebe.  Der
Same  wird  geerntet,  sobald  die  Fruchtknäule
gebräunt  erscheinen.  Man  schneidet  mit  hoher
Stoppel  und  läßt  auf  dieser  die  Nachreife  und  das
Trocknen  vor  sich  gehen.  Die  Gewinnung  erfolgt
schließlich  bei  Winterkälte  durch  Ausdreschen,
nur  bei  sehr  wertvollen  Sorten  pflückt  man
den  Samen  mit  der  Hand  und  erzielt  als  Ertrag
5—10  dz.  —  Die  Z.  sind  nur  selten  Gegenstand
des  Verkaufs  für  Händler,  da  die  Fabriken  sich
den  Bedarf  durch  Abschlüsse  mit  den  Landwirten
sichern  und  diesen  die  Abfälle  zurückgewähren,
zum  Teil  auch  selbst  Viehzucht  betreiben.  Soweit ­
  die  Fabriken  Aktienunternehmen  sind,  suchen
sie  die  Landwirte  auch  mit  Aktien  zu  beteiligen
und  geben  dann  etwas  ermäßigte  Preise.  Für
den  Handel  kommt  hauptsächlich  der  Samen  in
Betracht,  soweit  nicht  wiederum  Selbstzucht  stattfindet. ­
  Zum  Teil  liefern  die  Handelsgärtner  das
Saatgut  und  dann  meist  nur  von  den  besten
Sorten,  für  welche  die  höchsten  Preise  gelten,
die  größten  Mengen  werden  aber  von  besonderen
Rübensamenzüchtereien  in  denVerkehr  gebracht.
Zündhölzer  (Streichhölzer).  Dieses  in  ungeheuren ­
  Mengen  verbrauchte  Mittel  zur  Feuererzeugung ­
  ist  erst  seit  etwa  80  Jahren  bekannt.
Bis  dahin  verschaffte  man  sich  Feuer  mit  .  Hilfe
von  Stahl,  Feuerstein  und  Schwamm  oder  seit
1805  mittels  des  sog.  Tunkfeuerzeugs,  indem
man  an  einem  Ende  mit  Schwefel  und  chlorsaurem ­
  Kali  versehene  Hölzchen  auf  mit  konzentrierter ­
  Schwefelsäure  getränkten  Asbest
tupfte.  1832  wurden  von  verschiedenen  Fabriken,
in  Deutschland  von  dem  Württemberger  Kämmerer, ­
  die  ersten  Phosphorzündhölzer  in  den
Handel  gebracht,  die  sich  an  jeder  Fläche  entzündeten ­
  und  trotz  wiederholter  Verbote  allgemeine ­
  Verbreitung  fanden.  Die  Plölzchen  werden ­
  in  waldreichen  Gegenden,  im  Schwarz-  und
Böhmerwald,  Erzgebirge,  Riesengebirge  und  Elsaß, ­
  ferner  in  Österreich  und  Schweden  aus  weichen ­
  Hölzern,  Pappel,  Esche,  Fichte  und  Tanne
meist  mit  Maschinen  geschnitten  und  dann  in
besonderen  Fabriken  mit  den  Zündköpfen  versehen. ­
  Man  taucht  sie  zu  diesem  Zwecke  mit
einem  Ende  in  geschmolzenen  Schwefel  oder  bei
den  besseren  Sorten  in  Stearin  oder  Paraffin  und
nach  demTrocknen  des  Überzuges  in  die  eigentliche ­
  Zündmasse,  ein  Gemisch  von  fein  zerteilten
Phosphorstückchen  und  Leim,  Gummi,  Dextrin
oder  anderen  Bindemitteln.  Vielfach  enthält  die
Zündmasse  neben  dem  Phosphor  noch  andere
            
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