Object: Währung und Handel

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Hissen entsprach, so dass damit für Hinterasien ein Vorrath 
anfgestapelt wurde, von dem diese (iehiete noch gegenwärtig 
zehren, und nunmehr, da diese störenden abnormen Ursachen 
hinweggefallen sind , der Silberabfluss in s Stocken gerathen 
ist, trotzdem die Veränderung auf dem europäischen Edel 
metallmarkte demselben derzeit eben so förderlich wäre , als 
sie es vor zwei Decennien war. Aber endlich dürfte sich das 
Gleichgewicht wieder hersteilen und dann bei jeder weiter 
schreitenden Entwerthung des Silbers in Europa der nach 
Asien gehende Strom grössere Dimensionen annehmen. 
Wenn man die Aufnahmsfähigkeit, die Ostasien insbe 
sondere von 1851 bis 1865 für Silber an den Tag gelegt hat, 
mit den Productionsverhältnissen und mit dem voraussicht 
lichen Ueberschusse des abendländischen Silberbestandes nach 
erfolgter Demonetisirung des Silbers zusammenhält, so kann 
kaum ein Zweifel darüber entstehen . dass jene fernen men 
schenreichen, wenn auch derzeit relativ verkehrsarmen Gebiete 
vollkommen im Stande sind, die Werthrelation dauernd auf 
einer entsprechenden Höhe zu halten. Indien und China ab- 
Korbirten damals im Jahresdurchschnitte ungefähr so viel 
Silber, als derzeit von allen Producti on sgebieten auf die Märkte 
gebracht wird. Es sind aber jetzt überdies die Ueberschüsse 
des gegenwärtigen abendländischen Silbervorrathes unterzu 
bringen. Wenn man diesen ganzen Vorrath derzeit auf acht 
Milliarden Gulden schätzt und annimmt, dass davon die Hälfte 
aus der Circulation verdrängt werden müsse, so wäre nur 
noch zu erforschen, welchen Preisabschlags und welcher Zeit 
es bedürfe, damit das Abendland einen derartigen Silberbefrag 
theils zur fortlaufenden Ergänzung seiner dann noch verblei 
benden Silbercirculation, theils zu industriellen und decorativen 
Zwecken absorbiren könne , um darüber in’s Reine zu kommen, 
wann bei sonst gleichbleibenden Productionsbedingungen der 
Ruhepunkt erreicht werden kann. Nun sind 4 Milliarden aller 
dings ein enormer Betrag, aber die Aufnahmsfähigkeit Europa s 
und Amcrika’s für Silber zu obgedachtem Zwecke ist nicht 
minder eine enorme. Von 1851 bis 1865 z. B. muss diese 
Aufnahmsfähigkeit auf ungefähr 2 Milliarden geschätzt werden, 
denn der Münzvorrath Europa’s an Silber verminderte sich 
damals um nahezu 1 Milliarde, von den 3V, Milliarden der
	        
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