Full text: Die Zucker-Industrie auf Cuba

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tische Folge hotten : die Insel blieb dem Mutterlande erhalten. Desto schlimmer 
gestalteten sich die Verhältnisse in dem - benachbarten San Domingo, da 
mals unter französischer Herrschaft stehend. Bekanntlich wüthete dort der 
Aufstand Jahre lang und der Krieg wurde mit erbitterter Grausamkeit ge 
führt: den Franzosen gelang es nicht ihre Herrschaft wieder zu befestigen. 
Für Cuba hatte dieser Aufstand die glückliche Folge, daß eine größere An 
zahl wohlhabender Einwohner von Domingo sich dorthin flüchteten, ihr 
Vermögen, ihre Kenntnisse und Erfahrungen mitbrachten und wesentlich 
zur Entwickelung der Cultur beitrugen. Andrerseits freilich wurde durch 
diesen Zuzug der Begehr nach Sklavenarbeit vermehrt, der den Menschen 
handel förderte; für viele Jahre lang wurde Huoana der Mittelpunkt für 
diesen Handel, auch zur Versorgung aller spanischen Besitzungen in Amerika. 
Große Reichthümer wurden dadurch gewounen, aber auch der Grund ge 
legt zu den zerrüttenden Unruhen, unter denen die Insel bis in die neueste 
Zeit zu leiden hatte. Die Insel konnte sich durch eigene Kräfte dieser Un 
ruhen nicht erwehren; das Mutterland hatte ununterbrochen mit seinem 
eignen Schicksal zu kämpfen; es wurde von Beginn des jetzigen Jahrhun 
derts an zuerst durch die Napoleonische Eroberung und die daran sich 
knüpfenden Befreiungskriege, sodann durch die Verfassungskämpfe und die 
damit verbundene Intervention der französischen Bourbonen, ferner durch 
die langjährigen Kämpfe mit den Karlisten, und endlich durch die bis in 
die letzten Jahre hineinreichenden Thronstreitigkeiten gründlich zerrüttet. In 
zwischen hatte Spanien im Verlaufe der vielfachen Kriege mit fremden 
Mächten, sowie in Folge von Unabhüngigkeitskämpfen alle seine amerikani- 
schen Colonieen, mit Ausnahme von Cuba und Portorieo, verloren; in 
eignen Nöthen war es nicht nur außer Stande, diesen Colonieen zu Hilfe 
zu kommen und ihnen Mittel zur Beförderung ihres Wohlstandes zu ge 
währen, sondern es suchte, ohne Rücksicht ans deren Bedürfnisse, nach wie 
vor diese Inseln zu einer Geldquelle für sich zu machen. Daraus ent 
wickelten sich Zustünde, welche ans die Dauer unhaltbar erscheinen mußten. 
Eine steigende Unzufriedenheit griff in Cuba um sich. Ein nicht geringer 
Theil der wohlhabenderen Einwohner glaubte im Anschluß an die No'rd- 
amerikanischen Staaten einen Ausweg zu finden; die arbeitende Bevölkerung, 
die Farbigen, wurden durch das Beispiel von San Domingo verleitet, in 
der staatlichen Unabhängigkeit ihr Heil zu suchen. 
In den Vereinigten Staaten Nordamerikas herrschte eine starke 
Neigung für die Besitznahme Cuba's, insbesondere genährt durch die Be 
strebungen ihrer unter ähnlichen, wirthschnftlichen Verhältnissen den Anbau 
von Zucker, Kaffee, Baumwolle re. betreibenden Sklavenstaaten im Süden. 
Diese hofften, durch den Eintritt Cuba's in die Union zu einem über- 
wiegenden Einfluß auf die Handelspolitik derselben zu gelangen und die 
Nordstaaten in die Minderheit zurückzudrängen. Schon 1845 tauchte der
	        
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