fullscreen: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

Paumgartner auch schon weitere Darlehen aufgenommen 
worden, so am 5. April 3600 fl auf Klausner Erz verschrieben, 
und am 20. August zusammen mit den Fuggern 9000 fl, wofür 
ihnen 10 000 M Silber verkauft wurden. Das Hilfsgeld der 
Lausitz, auf das Paumgartner im Vorjahr für 9000 fl eine 
Anweisung erhalten hatte, ging sehr langsam ein, weshalb diese 
Anweisung jetzt zurückgenommen und dem Kaufmann dafür 
7000 M Silber gewährt wurden. Doch sollte er diese erst 1534 
empfangen. 
Am 10. Oktober 1527 wurden der Tiroler Kanzler Dr. 
Hieronymus Baidung und Hans Auslasser mit einer Instruktion 
zu den Fuggern, Paumgartner, Herwart-Bimmel und Manlich 
nach Augsburg geschickt 1 ). Die Finanznot der Kammer war 
so gross, dass sie mit Müh’ und Not einen Botenlohn aufbrachte. 
Doch die Kaufleute halfen immer wieder. Fugger und Paum 
gartner zahlten für Unterhaltung der Landsknechte 2600 fl, 
Paumgartner allein ausserdem noch 8000 fl, wofür ihm die 
Einkünfte aus dem Zoll am Lueg und bei Rattenberg ver 
schrieben wurden, und er ferner noch 5333% M Silber erhielt 2 ). 
Paumgartner wollte in den Vertrag die Bedingung aufgenommen 
wissen, dass er in Jahresfrist um weitere Darlehen nicht an 
gegangen würde. Die Regierung liess ihm hierauf erklären, 
dass, wenn man kein Geld brauche, man ihn nicht belästigen 
würde, wenn es aber nötig sein sollte, so würden sich Wege 
finden, die ihm vielleicht nützlich sein könnten 3 ). 
Und in der Tat konnte den Kaufleuten kein grösserer Ge 
fallen erwiesen werden, als dass sie um Geld angesprochen 
wurden. Mochte ihnen auch momentan einmal die Geduld 
reissen ob den ewigen Forderungen, so war doch Tirol für sie 
die beste Quelle des Gewinns. Nicht nur alles Silber gehörte 
immer aut Jahre hinaus ihnen, auch die anderen Einnahmen 
des Landes, das Pfannhaus, Zölle und Aemter waren ihnen 
zeitweise verschrieben. Gelegentlich kam es auch zwischen 
den Empfängern des Silbers zu Streitigkeiten, da bei der Menge 
gleichzeitig laufender Verträge Versehen nicht zu vermeiden 
waren. Besonders misslich war, dass Ferdinand selbst in Wien 
mit den Kaufleuten Geschäfte abschloss, wovon dann die Re- 
1 ) Gemain Missiven (1527) fol. 504. 
2 ) Entbieten u. Befehl (1527) fol. 66. 
3 ) Gemain Missiven (1527) fol. 504.
	        
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