Programm hervor, das der Geschäftsführer dieser Gesell
schaft, ein vertriebener elsaß-lothringischer Arzt, schon
lange vor Gründung der Gesellschaft in einer kleinen
Broschüre über die zweckmäßige und dringend nötige Art
der Siedelung vertriebener Elsaß-Lothringer entwor
fen hat 1 ).
Zwei Bauperioden sind seit Beginn der Einwanderung
vertriebener Deutscher aus Elsaß-Lothringen nach Deutsch
land fast ungenützt verflossen. Es ist zu hoffen, daß das
Reich den Flüchtlingen in solchem Maße helfen wird,
daß in der kommenden Bauperiode 1921 das Versäumte
nachgeholt werden kann. Noch ist es nicht zu spät.
Diese Feststellung trifft auf allen Gebieten der Flücht
lingsfürsorge für die vertriebenen Elsaß-Lothringer zu.
Viel kostbare Zeit ist verloren, die unproduktive Unter
stützung hat Millionen verschlungen. Rasche und aus
reichende Entschädigung in Verbindung mit dem Bau von
Heimstätten muß endlich der Notlage der Flüchtlinge ein
Ende bereiten.
Kritik ist billig. Aber es liegt zu klar zutage, um mit
Stillschweigen darüber hinweggehen zu können: das Reichs
finanzministerium hat hier an falscher Stelle zu sparen
gesucht. Die Rechtslage der Vertriebenen mußte eines
Tages unbedingt zur Anerkennung ihrer Forderung gegen
das Reich führen. Es wäre besser gewesen, die Reichs
regierung hätte als Vertreterin des deutschen Volkes aus
freien Stücken den vertriebenen Elsaß-Lothringern die
Hand zur Hilfe entgegengestreckt, anstatt sich in zähem,
wenig erfreulichem Kampfe ein Zugeständnis nach dem
andern von den in Not geratenen Deutschen abringen zu
lassen. Es soll nicht vergessen werden, welch ungeheuren
Lasten das deutsche Volk schon tragen muß. Aber natio
nales Pflichtbewußtsein muß gegenüber den Flüchtlingen
1) „Die Organisierung und Finanzierung des elsaß-lothringischen
Siedelungsproblems“. Denkschrift von Dr. med. Wilh. Back. Frank
furt a. M. (Mahlau & Waldschmidt).