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Teil auch darauf, daß wir unzureichend unterrichtet
waren. Natürlich spreche ich nicht von den wenigen
Großen in Handel und Industrie, die sich wohl immer auf
dem laufenden gehalten haben, ohne Ansehung der Kosten,
die ihnen hierdurch verursacht wurden. Auch nicht davon,
daß plötzlich seit einem Jahre, in ordentlicher Flutbewegung,
deutsche wißbegierige Finanziers, Industrielle, Wirtschafts
politiker üsw. ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“
wandern und damit zu meiner herzlichen Genugtuung dem
Rate folgen, den ich während meines Aufenthaltes in den
Vereinigten Staaten und nach meiner Rückkehr in Wort
und Schrift erteilt habe. Schließlich sind es aber ver
hältnismäßig immer nur wenige, die es seither taten,
wenn ich auch zugeben muß, daß das, was sie über Land
und Leute von drüben erzählen oder nacherzählen —
bei lediglich 30- bis 40tägigem Aufenthalt geht das manch
mal nicht anders — klärend in breite Kreise dringt. Ich
habe vielmehr die Gesamtheit unserer in Gewerbe und in
Landwirtschaft arbeitenden Bevölkerung im Auge; ihr war
die Möglichkeit nicht geboten worden, aus allgemein zu
gängigen, sachverständigen und zugleich aktuellen Berichten
Einblick in die kommerzielle, technische und ökonomische
Entwicklung auf der andern Seite des Ozeans zu erhalten,
Neues zu erfahren oder es für den eigenen Betrieb zu ver
werten und frische Beziehungen für den Güteraustausch zu
schaffen.
Die amerikanischen Konsuln, die weder Diplomaten
noch Verwaltungsbeamte, sondern zumeist Kaufleute sind,
wußten und wissen in der Hauptsache, worauf es den ein
zelnen Erwerbsgruppen ankommt. Sie betätigen dies in wei
testem Umfang, sie sehen sich Geschäfte und Betriebe ihres
Bezirkes — soweit zugängig — mit eigenen Augen an,
arbeiten ohne Zurückhaltung an allen Ecken und Enden mit