Metadata: Lohnpolitik

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lohn und Warenpreis in eine fefte Beziehung zueinander zu 
bringen. Auch diefe Methode hat fich nicht bewährt. Die 
englifche Gewerkfchaftsbewegung ift bald davon abgekommen. 
Ihre Folge war einmal die völlige Abwälzung des Rifikos 
auf die Arbeiter und weiterhin die, dajz die Lohnregulierung 
[ich mechanifch und zwangsläufig vollzog. Diefem Zwang 
aber wollten fich die Arbeiter nicht unterwerfen. Sie legten 
fich mit Recht die Frage vor: „Wenn unfere Löhne zwangs 
läufig reguliert werden foilen, wozu brauchen wir dann noch 
Gewerkfchaften?“ .... So kehrte man trotz aller diefer 
Irrungen immer wieder zur gcwerkfchaftlichen Lohnpolitik 
zurück. 
Mafzftab für die Lohnforderungen bildete das Verlangen 
der Arbeiter nach einer angemeffenen, mit der Zeit aufftei- 
genden Lebenshaltung. Diefe wollte man dadurch fichern, 
dajz man dem Tariflohn den Charakter des Minimallohnes 
beilegte und durch zentrale Abfchiüffe das Gefamtgewerbe an 
diefen Minimallohn band und in dem dadurch gefaxten Rah- 
men die Konkurrenz ausfchlojz. Der Lohntarif wuchs fich 
alfo aus zu einem Inftrument von grojzer volkswirtfchaftlichcr 
und privatwirtfchaftlicher Bedeutung. 
Diefe Methode tariflicher Lohnregulierung hat fich nach 
langen Kämpfen auch in Deutfchland durchgefetzt. Ich 
will auch hier nicht auf Einzelheiten eingehen, fondern nur 
die grojzen Züge der Entwicklung aufweifen. Auch in Deutfeh. 
land ift der Gedanke, Lohnpolitik auf dem Wege der Zu fammen- 
faffung der Arbeiter aller Berufe zu treiben, fchon frühzeitig 
aufgetaucht, aber auch fchnell wieder fallen gclaffcn worden. 
Beton ders fchwer und lang u mftritten war 
bei uns die Frage, ob überhaupt dieTarif- 
politikGcmcinguidcrArbcitcrfchaftwcr- 
den dürfe, oder ob nicht vielmehr der klaffenbewujzte 
Sozialift fie grundfätzlich ablehnen oder höchftens als Palliativ -
	        
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