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Nationale Unterschiede. 
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erheblich höheres war als bei den vielfach mit noch weniger. 
Vorbedacht zur Ehe schreitenden Polen, andererseits aber, 
immer nach Bergmann, auch damit, daß die Deutschen mehr 
als die Polen der städtischen Bevölkerung angehörten, inner- 
halb derer eine größere Zahl unehelicher Geburten zu kon- 
statieren sei14%, In Bromberg hingegen wiesen die Deutschen 
eine geringere Zahl der ehelichen Geburten auf als die Polen, 
da die Deutschen auf dem Lande mehr die Klasse der Klein- 
besitzer, die Polen mehr die- der unselbständigen Arbeiter ab- 
gaben. Was der allgemein feststellbaren höheren Unehelichkeit 
der Deutschen keinen Abbruch tut. Auch die überwiegend 
slawische Bevölkerung des Vorkriegsrußland hatte geringe 
Ziffern an unehelichen Geburten. So waren in Rußland in den 
Jahren 1868 bis 1870 nach den hierüber vorliegenden Nach- 
richten von der Gesamtzahl aller entsprechenden Geburten nur 
2,7% außerehelich 144 
Die Wertung der Geschlechtsmoral selbst ist nicht nur von 
Nation zu Nation, sondern auch nach Stadt und Land unter- 
schieden 145, Für Frankreich stellt D’Avenel den Satz auf, daß 
auf dem Lande der Fall des jungen Mädchens weniger streng, 
der Fall der jungen Frau hingegen strenger genommen, werde, 
während in der Stadt die Wertung der beiden Fälle umgekehrt 
sei146, Das ist vielfach zutreffend, obgleich die gleiche Staffe- 
lung der Werte, die hier als die ländliche dargestellt wird, sich 
auch in den unteren Bevölkerungsklassen der Stadt vorfindet 
und mithin wohl mehr sozialen Charakters sein dürfte. Die 
verschiedenartigen Anschauungen hinsichtlich des Rang- 
1M35 Bergmann, S. 122, 
14 Bergmann, 5. 125. 
145 Vgl. S. 69 unserer Abhandlung. 
146 Vicomte Georges d’Avenel, Les Francais de mon temps, Paris, 
Nelson, p. 208. 
Michels, Sittlichkeit in Ziffern,
	        
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