PP
‚+
C. Gründe des Geburtenrücganges 33
Wieberhohung derfelben Handgriffe und Dienite, die Sinn und Seilt ab-
itumpfen, feine Freude an der Arbeit auffommen lafjen. Sinn uud Ziel
der Arbeit geht auf die Heritelhıng von toten Waren, die in die weite Welt
Hinausgehen, aber nicht für Menfchen beftimmt find, die man fiedt und
an deren Wohl und Bedürfuisbefriedigung man freudig AÄnteil nimmt.
So Hit eS erklärlich, daß die Öbde und Aoitumpfung des Gemitslebenz
oft in wilder Genußfucht, äußerm Tand und aufregenden Vergnügungen
Ausgleich fucht und fo erft recht dem Familienleben entfrembdet. Dazu
gejellen Jicdh die Jittlichen Gefahren der Fabrikbejchäftigung. Die Trennung
der Gejchlechter ft nicht immer durchführbar und wird nur läffig gehand-
Habt. Fedenfalls find auf dem Wege von und zu der Fabrik, in den Baufen
ul. die Berfuchungen und Gelegenheiten zu vorzeitigem und unlautern
Verkehr und zu fittliden Verführungen reichlich gegeben.
Die Fabrikarbeiterin denkt zunächjt und vor allem ans Verdienen.
Darauf ijt ihr Interefje und ihr geiftiges Streben eingeftellt, während
Siebe und Luft für die Häusliche Betätigung in der Fabrikluft, unter den
Berfehr der Arbeitsgenoffiunen erftiden. Abends Kommt fie müde und
abgefpannt zu Haufe an. Der Sonntag dient meilt den Zeritreuungen und
Bergnügungen: Anderjeits bringt fie ja reichlidh bares Geld 118 Haus,
To daß ie fich der Pflicht, die Mutter oder Schweiter in den Hausarbeiten
u unterjtüßen, gar nicht mehr bewußt ift. Da die abrilbeihäftigung
meijtensS jhon mit der Schulentlaffung beginnt, fo Hatte fie auch früher
nie Gelegenheit und Aula zur praktijihen Übung der häuslichen Arbeit.
Fliden, Stopfen, Striden, Wajchen, Bügeln, Schrubben, Busen, KHeini-
gung und Ordnung des Haufes find ihr frenıde Dinge, zu denen ihr jedes
Sejhic fehlt. Statt zeitiger, forgjamer Ausbefjerung werden Strümpfe
und Keidungsjtüce aufgebraucht und dann durch neue erjeßt. Die Kunft
zwechnäßiger, [parjamer Einrichtung des Haushalts, rechtzeitigen Einkaufs,
richtiger Auswahl, Kurz, all die wichtigen häuslichen VBerrichtungen und Auf-
gaben, deren richtige Ausführung das Wohlbefinden der Familienglieder,
den Häuslidhen Frieden und das wirtfhaftlidhe VBorwärtskommen {0
wejentlidh bedingen, bleiben der Arbeiterin ver[dhloffene Seheimnijfe. Und
wenn fie nun eine Tages heiratet, einem neuen Haushalt vorftehen fol,
dann verjagt ihre Kunft und Kraft. Der Chemann fieht fich bitter enttäufcht,
und die junge Liebe fängt bald an zu erkalten. Mit jedem neuen Bumwmach?
in der Familie, mit den fi mehrenden Arbeiten und Sorgen wächit die
Not und Bitterfeit. Der Haushalt verkommt in Schmub und Unordnung.
Die Koften für Nahrung und Meidung und häusliche Einrichtungen wachlen,
und der wirtjHaftliche und fittlide Zufjammenbruch der amilie it faß
unausbleiblich. Der Mann fJucht in Wirtshaus Troit, die Kinder ver-
fommen, und die arme Frau und Mutter wird phuftich und feeli{ch erdrüct.
von all dem Elend, das über die Familie hereinbricht.
Diese, SBehurtenrüczang und Sozialreforun
ET Bere
“ER |
® , en 5 ar N,
en De
we
Ber
SS
ee
a
N
Ya