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Wenn nun auch auf diese Weise 62 Millionen Jen an Mehr
erträgnissen erzielt werden, so ist diese Summe doch nicht gleichbeteutend
mit einer eben solchen Steuererhöhung. Dadurch nämlich, daß in
dem Norinaletat die Grundsteuer um etwa 10 Millionen Jen niedriger,
und verschiedene indirekte Steuern ebenfalls mit geringeren Ergebnissen
als bisher angesetzt waren, ergibt sich, daß von den mehrerzielten
62 Millionen Jen nur 48 Millionen durch stärkere Heranziehung der
Steuerquellen erbracht wurden. Die Gesamtsteuer aller Positionen wurde
dadurch um 26"/, erhöht, nämlich von 184 auf 232 Millionen Den.
Man muß es als eine jedenfalls sehr vernunftgemäße Maßnahme
betrachten, daß Japan zur Deckung seiner Kriegskosten neben dem
Wege der Anleihe auch diese Steuererhöhungen vornahm, und diese
wiederum eben deshalb vornehmen konnte, weil bisher keine übermäßige
Steuerlast das japanische Volk bedrückte. Auch die Erhöhung um 26"/,
bedeutet keineswegs eine übermäßige Inanspruchnahme der steuerlichen
Kraft des japanischen Volkes. Neben der Erhöhung der direkten Steuern
fand auch eine durchweg wohlbedachte Erhöhung gewisser indirekter
Steuern statt, wenn auch allerdings in geringerem Maße. Durch die
neuen Gesetzesbestimmungeu wurden die direkten Steuern von 61 Millionen
auf 86 Millionen, also um etwa 41°/, erhöht, tvährend die Steige
rung bei den indirekten Steuern nur von 123 auf 146 Millionen ge
triebenwurde, was gleichbedeutend mit einer Erhöhung um knapp 18°/, ist.
Die Begebung der auswärtigen Anleihen geschah in folgender
Weise. Zunächst wurden im Mai 1904 in London und New-Iork
100 Millionen Jen einer 6prozentigen Anleihe aufgenommen, der
in demselben Monate eine zweite innere Anleihe von 100 Millionen
Jen 5 prozentiger Schatzscheine folgte. Gleichfalls als innere Anleihe
gelangten dann im Oktober 1904 80 Millionen Jen zur Aufnahme,
womit insgesamt 280 Millionen Jen für die Zwecke der Kriegs
führung aufgebracht waren. Da man aber — mit Ablauf des Jahres
1904 noch nicht absehen konnte, wann der Krieg nach menschlichem
Ermessen vielleicht beendet sein dürfte, so galt es für Japan auf die
Erschließung von Einnahmequellen zur Deckung der Kriegskosten im
nächsten Jahr Bedacht zu nehmen. Nach den Erfahrungen des ersten
Kriegsjahres hatte man für das Jahr 1905 einen Voranschlag aufgestellt,
demzufolge für Militär- und Marinezwecke sich 700 Millionen Jen
und für sonstige mit dem Kriegszustände verbundene Ausgaben
80 Millionen Jen als erforderlich erwiesen. Die Regierung legte da
her im November des Jahres 1904 eine zweite 6prozentige aus
wärtige Anleihe im Betrage von 120 Millionen Den ebenfalls in
London und New-Iork auf. Hiermit war aber nur etwa der sechste
Teil des Kriegsbedarfs finanziell gedeckt, es mußten also weitere Ein-