Object: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Mitternacht erst empfahl sich der letzte Besucher, und 
endlich zog sich auch Bacon zurück. Morgan war mit 
einer Partie Solitär beschäftigt. Hotelbedienstete sag- 
ten später, daß das Licht in seinem Zimmer erst 
nach 4 Uhr erlosch. Aber er hatte sich nicht nur mit 
seiner Solitärpartie beschäftigt — das Schatzamt hatte 
kaum noch für einen Tag Gold und man mußte einen 
Plan ausarbeiten, um den Kredit des Staates zu retten. 
Am nächsten Morgen wütete ein heftiger Schnee- 
sturm. Beim Frühstück um % 10 Uhr legte Morgan 
seinem Teilhaber Bacon den Plan dar, den er sich 
am Abend vorher bei seiner Solitärpartie zurecht- 
gelegt hatte. Er hatte sich an einen Vorfall zur Zeit 
des Bürgerkrieges, als er noch ein junger Mann war, 
erinnert. Damals stand Präsident Lincoln der Gefahr 
eines zahlungsunfähigen Schatzamts gegenüber, und 
Salmon P, Chase, der damalige Schatzsekretär, kam 
nach New York und berief eine Versammlung der füh- 
renden Bankiers zusammen, um ein Mittel zu finden, 
der Regierung Gold zu beschaffen. Auf Grund dieser 
Besprechung ersuchte er den Präsidenten telegra- 
phisch, die Sitzung des Kongresses hinzuziehen, bis er 
nach Washington zurückkäme, und nahm dann den 
nächsten Zug, Als er in der Bundeshauptstadt ankam, 
fand er jedoch, daß der Kongreß sich bereits vertagt 
hatte, als sein Telegramm im Weißen Haus angekom- 
men war, Am nächsten Morgen aber legte Lincoln 
der Gesetzgebenden Versammlung die Sachlage dar, 
und es wurde ein Gesetz durchgebracht, das den 
Schatzsekretär ermächtigte, Gold zu kaufen, wenn die 
Regierung es benötigte, zum vorteilhaftesten Preis, 
den er erzielen konnte und gegen beliebige Staats- 
papiere. Morgan sagte Bacon, dieses von Lincoln be- 
stätigte Gesetz müsse sich finden lassen, und es sei 
deshalb in seiner Erinnerung geblieben, weil das Bank- 
173 
25
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.