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vom Osten kommen über die endlose Prairie, sie sind
starke, aber frische und gesunde Brisen, nicht verunreinigt
durch Städte usw.
Während die Heilerfolge in tuberkulösen Fällen in
Meereshöhe, im Binnen- und Flachland, sowie in Sanatorien
sich zwischen 20 und 55 Proz. bewegen, steigt der Prozent
satz in einem Höhenklima wie dem unsrigen bis zu
77 Proz.“
In Colorado Springs selbst sowie besonders in der
Umgebung sind Sanatorien für Lungenkranke errichtet.
Wenige Wochen vor meiner Anwesenheit wurde bei Austin
Bluffs — U/2 Meilen östlich von der Stadt — ein groß
angelegtes Sanatorium mit Baracken eröffnet. Das hier
angewandte System ist dem deutschen Nordrach-System
nachgebildet, und daher führt das betreffende Sanatorium
die Bezeichnung „the Nordrach Ranch“. Ich habe mir das
Haus angesehen, das in seinen sauberen und bequemen
Einrichtungen einen recht wohltuenden Eindruck macht. In
dem von der Anstalt veröffentlichten Programm wird gesagt:
„Die Behandlung vollzieht die Natur selbst: Man verharrt
tagsüber in freier Luft bei absoluter Ruhe und schläft nachts
in Zelten oder in offenen Räumen.“ Recht bezeichnend
heißt es in dem Prospekt bei Erwähnung der in Deutschland
erzielten Heilerfolge dann weiter: „Wenn sich Deutschland
mit seinem schlechten Klima eines solchen »Rekords« rühmen
darf, so kann Colorado sicher weit Besseres leisten.“
Dann folgt die Aufzählung der Vorzüge der Anstalt
hinsichtlich der innern Organisation, der „reinsten Luft
und der allervorzüglichsten Bedingungen, die nirgends in
der Welt besser zu finden sind“.
Herr Dr. Friedmann betont als besonders vorteilhaftes
Merkmal, daß Colorado Springs Temperenzstadt ist. Das