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56 Wirtschaftsgeschichtliche Skizze. 
18%, 22% und 60% geschätzt worden, so schätzte man es 
nach der Zählung von 1900 zu 19%, 43% und 38%"), d. h. die 
Vermischung der Indianer mit Weißen und Mestizen hatte große 
Fortschritte gemacht, und damit war das bedürfnisreichere und 
wirtschaftlich regere Element der Mischlinge bedeutend an- 
gewachsen, zum Vorteil der wirtschaftlichen Entwicklung des 
Landes. Aber auch die Besitzverhältnisse hatten sich inzwischen 
in günstigem Sinn verändert: Stand ‚am Anfang des 19. Jahr- 
hunderts einer außerordentlich geringen Zahl sehr reicher Minen- 
und Großgrundbesitzer fast die gesamte übrige Bevölkerung als 
besitzlose Masse gegenüber, so war am Ende desselben Jahr- 
hunderts die Zahl der Besitzenden immerhin gewachsen; noch 
immer gab es freilich eine übergroße Zahl von Personen oder 
Erwerbsgesellschaften, die riesigen Minen-, Grund- oder indu- 
striellen Besitz ihr eigen nennen konnten, aber daneben fanden 
sich doch auch bereits zahlreiche mittlere und kleinere Unter- 
nehmer, und die Aufteilung des Kommunaleigentums vieler 
Dörfer hatte eine Menge kleiner selbständiger Kleinbauern 
yeschaffen. 
Die erwähnten Umstände, zu denen sich eine gewisse Gunst 
der Verhältnisse der Außenwelt gesellte, hatten in den drei 
Jahrzehnten 1880—1910 ein außerordentliches Aufblühen der 
Wirtschaft und des Verkehrs ermöglicht. Freilich war dieser 
Aufschwung nicht in. allen Zweigen gleichmäßig erfolgt, und 
jas Aufkommen der deutschen Teerfarbenindustrie hatte auch 
manche Zweige ganz oder beinahe brachgelegt, so die Cochenille- 
zucht und die Indigokultur; aber die Einführung neuer und die 
Belebung alter Produktionszweige hatten den Ausfall rasch 
auszugleichen vermocht und einen allgemeinen Fortschritt ein- 
1) Diese Zahlen sind freilich sicher unrichtig, denn M. Gamio hat 
‘La poblacion del Valle de Teotihuacan, Mexico 1922, S. 18 ff.) nach- 
yewiesen, daß bei den Zählungen die Zahl der Indianer viel zu niedrig 
angenommen wurde, während anderseits die Zahl der Weißen viel zu 
zroß eingesetzt ist, hauptsächlich deshalb, weil aus Eitelkeit oft An- 
gehörige einer Klasse sich selbst der nächst höheren zurechnen; tatsäch- 
lich ist die Entscheidung häufig auch schwer, um so mehr als die vor 
Generationen erfolgte Beimischung fremden Blutes oft nicht mehr 
erinnerlich ist und allgemein vernachlässigt wird.
	        
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