Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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Persönlichkeiten mehr oder weniger allgemein sein, 
und gemeinsam erfolgen daher die Schritte nach der 
Analyse wie nach der Tatsachensammlung — ganz 
wie im politischen Leben: Auch da gibt es Leute, 
die immer an einer Partei festhalten, wie es geborene 
Analytiker und „Historiker“ gibt; aber dazwischen 
wogt eine Masse, die sich jeweils vorwiegend der 
einen oder vorwiegend der anderen Partei oder Sich 
tung anschließt, um dann, eben weil das verlassene 
Programm inzwischen Zeit hat neu und lockend zu 
werden und weil man wieder „etwas anderes“ haben 
will, nach einiger Zeit wieder zurückzuschnellen. 
Wohl hat es immer Forscher gegeben, die auf 
einer Höhe standen, von der aus sie alles Land rings 
um und nicht bloß ein einzelnes Tal überblicken 
konnten, die nicht bloß äußerlich und formell — was 
so wenig bedeutet — die prinzipielle „Berechtigung“ 
aller Richtungen erkannten, sondern sich ihnen und 
ihren Ideen auch gefühlsmäßig gleich nahe fühlten 
und alle wirklich begriffen. Aber sie waren selten und 
müssen immer selten bleiben. Auf unserem Felde 
ist John St. Mill das glänzendste Beispiel. Er be 
herrschte die scheinbar unverträglichsten Strömungen 
und ihm blieb es erspart, von irgendeiner weg 
geschwemmt zu werden. Seine Werke werden bis 
in die fernsten Zeiten Marksteine wissenschaftlicher 
Entwicklung, Denkmäler ruhigster Abgeklärtheit und 
hohen Sinnes bleiben. Wenige Autoren kann man 
so freudig den Werdenden zum Studium empfehlen. 
Aber gerade Mill ist auch ein Beispiel dafür, daß 
solche Höhe auch ihre Schwächen hat: Eben weil er
	        
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