Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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alles, was zu einer guten Leitung eines Bankgeschäfts 
gehört, mit Ausnahme der grösseren Verteilung der Ver 
antwortlichkeit, den Actienbanken mangelt. Die Ge 
schäfte einer Bank erfordern die ununterbrochene und 
tägliche Anwesenheit von Personen, die aufmerksam alle 
Einzelheiten verfolgen und sorgfältig von Stunde zu Stunde 
über alle Angelegenheiten wachen, wie das in keiner 
anderen Art des Handels nötig ist. Auch müssen plötzliche 
Entschlüsse gefasst werden, je nachdem, wie sich die 
Umstände gestalten, und in sehr vielen Fällen sind diese 
Entschliessungen so dringender Natur, dass es' fast un 
möglich ist, sie aufzuschieben, um sich erst Rat zu holen ; 
übrigens erfordert jeder besondere Umstand auch eine 
besondere Behandlung. Die Actienbanken werden ge 
nötigt sein, ihre Geschäfte Angestellten zu überlassen, 
die an allgemeine Regeln gebunden sind; diese Ange 
stellten können nicht, wie der einzelne Bankier so handeln, 
wie die fast unmerklichen Verschiebungen in der Ge 
schäftslage erfordern; sie können auch nicht auf sich 
nehmen, den Credit zu regeln, den man zeitweise not- 
leidenden Häusern gewähren muss, weil sie nicht in der 
Lage «sein werden, mit genügender Sicherheit die gün 
stigen oder ungünstigen Chancen, die jedes Geschäft dar 
bietet, gegeneinander abzuwägen.“*) 
Trotz dieser auf den ersten Blick so einleuchtenden 
Gegengründe tragen die Actienbanken, dank der Ueber- 
legenheit, die ihnen ein sehr grosses Capital gewährt, 
mehr und mehr den Sieg über die kleineren Privatbank 
häuser davon: im Jahre 1896 gab es in England 102 
joint stock banks mit 2695 Filialen und Comptoiren, 455 
Millionen Pfund Sterling Depots und einem Actiencapital 
von mehr als 43 Millionen Pfund; auf der anderen Seite 
war die Zahl der Privatbanken von 204 im Jahre 1844 
*) Citiert von Leroy-Beaulieu: Traité d’économie 
politique. (Paris, 1896.) IV. pag. 499.
	        
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