IL Die Grenzen der Lohnsteigerungen. 35
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meinem Buche: „Kartelle, Konzerne und Trusts“1
ausführte: Die Preissteigerungen der Kartelle sind heute
in vielen Fällen nichts weiter als die Folgen der Lohnsteigerungen,
die die Gewerkvereine durchsetzten. Daß
sie aber trotzdem nicht genügten, um in der ganzen
Volkswirtschaft eine genügende Kapitalbildung herbeizuführen,
zeist der hohe Zinsfuß. Es hängt das damif
zusammen, daß das Anwendungsgebiet der Kartelle bekanntflich
beschränkt ist und der Durchsetzung der monopolistischen
Tendenzen auch ziemlich enge Grenzen
gezogen sind. Ferner aber kann die Kapitalbildung in
den Unternehmungen selbst diejenige durch Ersparnisse
in den Konsumwirtschaften überhaupf nicht überflüssig
machen. Diese aber wiederum wird vor allem durch die
Besteuerung und die übermäßige Ausdehnung der
öffentlichen Ausgaben gehemmt.
Auf diese Verhältnisse kommen wir in den beiden
folgenden Kapiteln zu sprechen.
3 Kapitel.
Falsche Kapitalbildung.
L. Der Wohnungsbau als Kapitalbildung.
Ebenso große Unklarheiten wie über das Wesen des
Kapitals sind auch noch über das des Zinses verbreitet.
Noch immer herrscht die Droduktivitätstheorie, die, wie
den Lohn auf die Produktivität der Arbeit, den Zins
auf die „Produktivität des Kapitals“ zurückführt (Ertragszurechnung).
Das ist, wie schon betont, eine Verwechslung
des technischen und des wirtschaftlichen Kausalzusammenhangs.
Der Unternehmer, der eigenes oder
geliehenes Geldkapital in Produktionsmittel steckt, erwartet
natürlich, daß seine Produktion rentabel sei, das
heißt, daß er seine Produkte mit Gewinn werde verkaufen
können. Aber die Quelle dieses Kapitalgewinns
1 8 Auflage, Stuttgart 1950.