Der Protektionismus
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Meline entwickelt dann ein umfassendes, agrarpolitisches
Programm, das auf eine völlige Umgestaltung der Struktur
der französischen Volkswirtschaft, und auf eine durchgreifende
Verjüngung der Nation durch Rückkehr zur Scholle hinzielt.
Die Landflucht hat eine Reihe von Ursachen, die es zu
beheben gilt. Meline faßt sie zusammen in zwei Sammel
begriffe : die Agrarkrisis der siebziger und achtziger Jahre des
vorigen Jahrhunderts und die Anziehungskraft der Städte. Die
Agrarkrisis war veranlaßt durch das Sinken der Preise der
landwirtschaftlichen Produkte infolge fremder Konkurrenz;
Sinken der Grundrente und des Kaufwertes des Bodens war die
unausbleibliche Folge. Der Zolltarif von 1892 hat die Ursache
der Agrarkrisis, die niedrigen Preise der Ackerbauerzeugnisse,
aus der Welt geschafft. Er hat bewirkt, daß Getreide und
Wein, Vieh und Zuckerrüben wieder in rasch steigendem Maße
gezogen wurden, so daß nicht nur die Bedürfnisse des inlän
dischen Marktes befriedigt werden konnten, sondern auch land
wirtschaftliche Produkte heute exportiert werden. Die heutige
wirtschaftliche Lage ist genau das umgekehrte von der, die vor
30 Jahren bestand. Damals stieg die Industrie und die Land
wirtschaft sank ; heute sinkt zwar die Industrie noch nicht,
aber sie hat ihren Höhepunkt erreicht, während die Landwirt
schaft kräftig steigt. Sie bietet vielen Arbeitern und Handel
treibenden mehr Sicherheit und mehr materielle Vorteile, als
die prekäre Arbeit und die ständige Arbeitslosigkeit der großen
Städte. Schon ist die Landflucht in vielen Departements ins
Stocken geraten. Es gibt aber doch noch viele Schwierigkeiten,
die dem Aufschwung der Landwirtschaft entgegen stehen. Sie
gilt es zu beseitigen.
Die Anziehungskraft der Städte wird man wirksam be
kämpfen, indem man ihr ein Äquivalent zugunsten der Land
wirtschaft entgegenstellt. Ackerbau und Industrie müssen völlig
gleichgestellt werden. Dies ist zunächst zu erreichen durch
eine Reihe von Abänderungen der Bodengesetzgebung des Code
Civil und des Code de Procédure civile, sowie durch Erleichte
rung des auf der Landwirtschaft lastenden Steuerdrucks. Heute
nehmen die direkten Steuern 21 %, die direkten und die in
direkten zusammen 36—41 °/ 0 des landwirtschaftlichen Einkom
mens vorweg. Dazu kommen die Hypothekarzinsen. Angesichts