Full text : Werke und Schriften bis Anfang 1844 (1,2.1930)

Einige Kapitel

aus

Scorpion und Felix

Äumoristischer Roman

Erstes Buch

10. Kapitel

Es folgt hier, wie wir im vorigen Kapitel versprachen, der Beweis, daß
besagte Summe von 25 Talern dem lieben Gott persönlich zugehöre.
Sie sind herrenlos! Erhabener Gedanken, keines Menschen Macht besitzt
 sie, doch die hehre Macht, die über Wolken segelt, umspannt das All, ”
also auch besagte 25 Taler, sie streift mit ihren Fittigen, die aus Tag und
Nacht, aus Sonne und Sternen, aus Riesenbergen und endlosen Sand-Aächen
 gewebt sind, die da klingen wie Harmonien, wie das Rauschen des
Wasserfalls, wo die Hand des Irdischen nicht mehr hinreicht, also auch
an besagte 25 Taler, und — doch ich kann nicht weiter, mein Innerstes ist
aufgeregt, ich blicke in das All und in mich und auf besagte 25 Taler,
welcher Stoff in diesen drei Worten, ihr Standpunkt ist Unendlichkeit, sie
klingen wie Engelstöne, sie erinnern an das letzte Gericht und den Fiskus,
denn — es war Grethe, die Köchin, welche Scorpion, aufgeregt von den
Erzählungen seines Freundes Felix, hingerissen von seiner flammenreichen
Melodie, überwältigt von seinem frischjugendlichen Gefühle, an sein
Herz drückt, eine Fee in ihr ahnend.
Ich schließe daher, daß Feen Bärte tragen, denn Magdalene Grethe,
nicht die reuige Magdalene, sie prangte gleich einem ehrenfesten Krieger
mit Backen- und Schnauzbart, die sanften Backen schmiegten sich kräuselnd
 an das schöngefarmte Kinn, das gleich einem Felsen auf einsamem
Meere, die Menschen erblicken ihn aber von weitem, aus der platten
Wassersuppschüssel des Gesichts gigantisch und stolz seiner Erhabenheit
sich bewußt, hervorragte, die Lüfte durchschneidend. Götter bewegend,
Menschen erschütternd.
Die Göttin der Phantasie schien von einer bärtigen Schönheit geträumt
und sich in den zauberischen Gefilden ihres weitschweifigen Antlitzes verloren
 zu haben und, als sie erwachte, da war es Grethe selbst, die geträumt
hatte, und Schreckliches, sie sei die große Buhle von Babylon, die Offenbarung
 Johannis und der Zorn Gottes, er habe ein spitziges Stoppelfeld z
auf der von zarten Wellenlinien durchfurchten Haut hervorsprießen
lassen, damit ihre Schönheit nicht zur Sünde reize und ihre Jugend geschützt
 sei, wie die Rose durch Dornen, damit die Welt
erkenne
ınd nicht für sie entbrenne,
            
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