Full text : Werke und Schriften bis Anfang 1844 (1,2.1930)

Gedichte

HI

Dichtung

Schöpferähnlich strömten Flammen
Rieselnd mir aus Deiner Brust,
Hochweit schlugen sie zusammen,
Und ich nährt’ sie in der Brust.
Strahlend stand Dein Bild, wie Aeolsklingen
Deckt die Gluten sanft mit Liebesschwingen.

Rauschen hört’ ich’s, sah es blinken,
Ferne Himmel zogen hin,
Tauchten auf, hinabzusinken,
Sanken, höher aufzufliehn.
Als der innre Kampf sich nım geschlichtet,
Blickt’ ich Schmerz und Lust im Lied verdichtet.

Schmiegend an der Formen Milde,
Steht die Seele fes.gebannt,
Aus mir schwollen die Gebilde,
Aus Dir waren sie entbrannt.
Geistig lösen sie die Liebesglieder,
Sprühn sie voll im Schövferbusen wieder.

AN

Waldquell

Hatt’ mich verlor’n in Blütenhain,
S5prang silberhell ein Waldquell drein,
Im Murmelfall, von oben
Stehn Lorbeerbäum’” gehoben.

ich

38

Ü

Die sehn ihn lang hinüberflichn,
Die sehn ihn stets am Fuße ziehn,
Brennt fort im duft’gen Schatten,
Mögt’ sich dem Luftmeer gatten.

Doch wie er strebt vom harten Land,
Lautdonnernd stößt die Felsenwand,
Wälzt stumm in Schwindelweisen,
Die Flut zu Wolkenkreisen.

So wallt er fort durch Blumenhain,
Schlingt Todschmerz tief in sich hinein,
Dann wehn die Lorbeerbäume,
Von oben süße Träume.
            
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