Full text: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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Betrachtet man die Entwicklung von 1925—1928, so zeigt sich, daß die Personal- 
ausgaben in allen Staaten steigen, der Sachbedarf sich jedoch in rückläufiger Bewegung 
befindet. 
Berechnet man die verwaltungseigenen Ausgaben je Kopf der 
Bevölkerung in Mark Vorkriegskaufkraft und weist sie für die. gesamte Zivil- 
verwaltung und das Heer gesondert aus, so ergeben sich allerdings erhebliche 
Unterschiede. 
Verwaltungseigene Ausgaben je Kopf der Bevölkerung in Mark Vorkriegskaufkraft ; 
Bezeichnung 
Personalausgaben ............. 
davon Verwaltung .......... 
» Heeres 
Sächlicher Bedarf ............ 
davon Verwaltung .......... 
+ Heer 
Großbritannien 
1925/26 | 1928/29 
29,92 33,12 
9,65 10,78 
20,27 22,34 
21,63 19,48 
5,87 | 4,62 
15,76 14.86 
Frankreich 
1925 | 1928 
31,86 40,73 
21,40 25,80 
10,46 14,93 
27,85 30,86 
„759 | 9,68 
15.26 21.18 
Belgien 
1925 | 1928 
14,84 
9,24 
5,60 
‘8,92 
1,36 
“56 
19,31 
13,13 
6,18 
1,55 
732 
23 
Italien 
1925/26 | 1928/29 
15,32 
11,27 
4,05 
16,92 
8,66 
8.26 
17,74 
11,62 
6,12 
19,02 
8,49 
10,53 
Die gesamten staatlichen Personalausgaben Großbritanniens betragen je Kopf der 
Bevölkerung im Jahre 1928/29 33 MVK, die Sachausgaben 19 MVK; sie liegen in beiden 
Fällen unter den französischen Ziffern, aber über denen der beiden anderen Staaten. 
Von den britischen Personalausgaben beansprucht die Landesverteidigung allein 22 MVK, 
ein Zeichen für die Kostspieligkeit des englischen Söldnersystems; die Sachausgaben des 
Heeres betragen rund 15 MVK, die der Zivilverwaltung rund 5 MVK. Großbritannien 
hat also die höchste Ziffer für die personalen Heeresausgaben aufzuweisen. Es ist bei 
den Wehrmachtsausgaben Großbritanniens allerdings zu berücksichtigen, daß die Wehr- 
macht nicht nur die Landes-, sondern auch einen großen Teil der Reichsverteidigung 
umfaßt, die Zivilverwaltung aber sehr wenig Reichsverwaltung in sich schließt. Auch 
im belgischen Heere sind die Personal- größer als die Sachausgaben je Kopf; dagegen 
entfallen in Frankreich auf den Kopf der Bevölkerung rund 15 MVK an Personalaus- 
gaben gegenüber 21 MVK an Sachbedarf; in Italien liegt das Verhältnis ähnlich. Die 
geringe Höhe der Heerespersonalausgaben ist in den Kontinentalstaaten bedingt durch 
die allgemeine Dienstpflicht; außer in Großbritannien betragen in den behandelten Län- 
dern die personalen Heeresausgaben nur rund die Hälfte des Personalverwaltungsbedarfs 
der Zivilverhaltung. 
Hinsichtlich der staatlichen Zivilverwaltungsausgaben befindet sich Frankreich sowohl 
in der Höhe seiner Personal- als seiner Sachausgaben in der Zivilverwaltung an der 
Spitze der Länder. Bei einem Vergleich mit Großbritannien ist allerdings zu bedenken, 
daß der staatlichen Zivilverwaltung durch die starke Ausdehnung der Selbstverwaltung 
große Ausgaben erspart werden, während natürlich Landes- und Reichsverteidigung 
fast ausschließlich dem Staatshaushalt zur Last fallen. 
Personal des Staates und der nachgeordneten Gebietskörperschaften in Großbritannien und Frankreich !) 
Land 
tan 
in vH 
Nachgeordnete 
Gebiets- 
körnersechaften 
in vH 
Summe 
in vH 
A 
Großbritannien. ........ 
Frankreich (1913). ...... 
113 200 
280800 
24,6 349 300 
52.9 250 400 
75.4 
| 47a 
463100 | 
700.0 
\ 531200 | 100.0 
In Großbritannien umfaßt das Personal des Staates nur etwa 24,6 vH des gesamten 
Personals der öffentlichen Verwaltung gegenüber 75,4 vH in der Selbstverwaltung: in 
; 3) Ohne das Porsonal der öffentlichen Erwerbsbetriebe und der Landesverteidizung.
	        
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