Object: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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Also deutlich Böhm-Bawerks erster Grund. ‚Diese Lust 
zum Sparen, um für die Zukunft zu sorgen, ist aber notwendig 
begrenzt. Eine durch verstärkte Fürsorge für die Zukunft er- 
höhte Sparsamkeit der modernen Gesellschaft ist wesentlich 
nur insofern zu erwarten, als die Spargewohnheiten der oberen 
Klassen auch in den unteren Verbreitung finden. Dies ist aber 
sicher ein sehr langsamer Prozeß‘). „Denn erstens ist die- 
jenige Zukunft, für welche man vernünftigerweise sorgen kann, 
durch die Lebensdauer des Sparenden selbst und durch die 
Länge der Zeit, während welcher er für Kinder und andere 
Angehörige sorgen muß, begrenzt. Zweitens liegt in der Regel 
keine Veranlassung vor, für die Zukunft besser als für die 
Gegenwart zu sorgen. Die meisten Wirtschaften begnügen sich 
in der Regel mit einer dürftigeren Versorgung der Zukunft‘“?). 
Hier trägt also Cassel Böhm-Bawerks zweiten Grund vor, 
nur daß er, wie wir bei der Darstellung der Casselschen Zins- 
theorie hervorhoben, dem Einfluß der Lebensdauer auf die Spar- 
tätigkeit, wenigstens bei einem gewissen Zinsfuß, quantitativ 
sehr große Bedeutung beimißt, während Böhm-Bawerk den- 
selben ausdrücklich einschränkt®). 
Cassel verwendet also auch Böhm-Bawerks ersten und 
zweiten Grund in seiner Zinserklärung. Er stimmt auch darin 
mit Böhm-Bawerk überein, daß er sie zusammen mit dem 
dritten Grunde zur Erklärung des Zinses heranzieht und sie 
nicht etwa zu einer gesonderten Ableitung des Konsumtiv- 
zinses benutzt. Das geht daraus hervor, daß er die Überkon- 
sumtion einfach als ein negatives Angebot an Kapitaldisposition 
auffaßt*), womit gesagt ist, daß es sich beim Produktivkredit 
nur um einen zweiten Zweig derselben Nachfrage handelt und 
beide gemeinsam zur Hervorbringung des Zinses beitragen. 
Daraus folgt aber zugleich, daß mit Hilfe der beiden ersten 
Gründe ebenfalls eine statische Zinserklärung geliefert wird, 
da sie die Wirkung des dritten Grundes, der schon ohne ihre 
Unterstützung den Zins in der Statik hervorzurufen vermag ®), 
1) Cassel, Theorie, S, 214. ?) ebda., 3 i 
stammt von Cassel), ) 5, Bft SR sehn 
’) Böhm-Bawerk, Posit. Theorie, S. 335/36, 477. 
‘) Passel,. Theorie, S. 200. 212. 5 ehda,. S. 204/05, 235, 
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