Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Rohstoffe.

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Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

5  800  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  9,3  Mill.  Mk.
2  5001  rohe  Baumwolle  „  „  „  „  2,8  „  „
635  t  Kokons  „  „  „an  Seide  von  .  ....  1,8  „  „

13,9  Mill.  Mk.
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Griechenland  sehr  stark  verbreitet,  doch
hat  sie  in  den  letzten  Jahren  keine  Fortschritte  gemacht,  da  die  Zahl  der  Schafe
eher  gesunken  ist.  Die  Schafe  sind  meist  walachischer  Rasse,  so  daß  die  gewonnene ­
  Wolle  ziemlich  spröder,  gröberer  Natur  ist.  Die  Wolle  wird  zum
allergrößten  Teil  im  Inlande  verarbeitet,  teils  in  den  Fabriken,  teils  in  der  Hausindustrie ­
  zur  Herstellung  von  gröberen  Stoffen.  —  Die  Anzahl  der  Schafe  wird
für  1911  in  Statesmans  Yearbook  mit  2  900  000  angegeben  und  danach  kann
die  Produktion  an  roher  Wolle  auf  5800  t  geschätzt  werden.
Baumwolle.  Baumwolle  wird  gepflanzt  im  Peloponnes,  in  Thessalien
und  auf  den  zykladischen  Inseln.  Der  Hauptproduktionsort  ist  jedoch  Livadia
bei  Theben,  wo  die  Kultur  in  den  letzten  Jahren  bedeutende  Fortschritte  gemacht ­
  hat.  Die  Produktion  an  roher  Baumwolle  im  Jahre  1911  wird  von  sachverständiger ­
  Seite  in  Griechenland  auf  2  500  t  geschätzt.  Diese  Menge  reicht
für  die  dortigen  Spinnereien  nicht  aus  und  mehr  als  die  gleiche  Menge  wird
von  Amerika,  der  Türkei,  Britisch-Indien  und  Ägypten  eingeführt.  Auch  der
Anbau  der  ägyptischen  Baumwolle  ist  in  den  letzten  Jahren,  namentlich  in
Lakonien,  Messenien,  Ätolien  und  Phthiotis  versucht  worden  und  es  waren  gute
Erfolge  zu  verzeichnen.
Seide 1 ).  Die  Seidenproduktion  Griechenlands,  einstmals  von  hoher
Bedeutung,  bewegt  sich  schon  geraume  Jahre  hindurch  in  ständig  absteigender
Linie,  woran  vor  allem  anderen  das  Vordringen  der  japanischen  Seide  die
Schuld  trägt.  Noch  vor  50  Jahren  brachte  das  Land  alljährlich  gut  2  500000  kg
rohseidenes  Gespinst  auf,  welchem  Quantum  während  der  letzten  drei  Jahre  durchschnittlich ­
  nur  noch  700  000  Okas,  rund  900  000  kg,  gegenüberstehen.  Davon  entfallen ­
  82  Proz.  auf  den  Bezirk  Larissa  mit  Laconia  und  Messene,  insgesamt  ein
Quantum  von  700  000  kg  im  Jahre  1911.  1912  unternahm  die  Regierung  neuerdings ­
  den  Versuch  der  Regeneration  des  brachliegenden  Gewerbes.  Nicht  nur
wurde  intensiver  auf  die  Mehrung  an  Futterstoffen  für  die  Raupen  durch  reichlichere ­
  Anpflanzung  von  Maulbeerbäumen  hingearbeitet,  sondern  auch  in  den
Schulen  ““durch  theoretischen  Unterricht  die  Förderung  der  Raupenzucht  angestrebt. ­
  An  weiterer  Stelle  war  man  bemüht,  die  Erzeugung  einer  besseren
staatlichen  Kontrolle  zu  unterwerfen  und  in  dritter  Linie,  die  Auswahl  des  Brut-!)

  Österreichs  Wollen-  und  Leinenindustrie  1915.  S.  45-
            
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