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wirtschaften hauptsächlich auch durch die Frondienste der Indianer
betrieben***). Und nun kann gerade in diesem Zusammenhang auch
die Anspannung und Steigerung der Fronden durch die deutsche
Gutsherrschaft nicht mehr auffallen oder gegen den kapitalistischen
Charakter derselben ins Treffen geführt werden. Auch da bedient
sich der Kapitalismus der Naturalwirtschaft, weil er dadurch
billigere Arbeitskräfte gewinnt, oder anders ausgedrückt, höheren
Gewinn erzielte als mit teuer bezahlten Lohnarbeitern.
So ermöglichte die Koexistenz von Natural- und Geldwirtschaft
eine Verwertung ersterer zu kapitalistischen Tendenzen im Zeitalter
vorgeschrittener Geldwirtschaft. Beide, Natural- und Geldwirtschaft,
erscheinen da enge verknüpft und unterstützen einander gegenseitig.
Das Gewinnstreben der großen Unternehmer betätigt sich gerade
in der Verwendung von Naturalien zu Zahlungszwecken und
vermag die wirtschaftliche Abhängigkeit von Hintersassen und
Arbeitern mißbräuchlich auszunützen, indem sie diese zur Abnahme
minderwertiger Waren gegen hohen Preis nötigen?*).
Endlich sei hier auch noch darauf hingewiesen, daß gerade der
Geldkapitalismus der neueren Zeit einen großen Teil seines Ver-
mögens und Gewinnes in Grundbesitz anlegte und eben dadurch
seinen Reichtum dauernd gesichert hat. Das haben in Italien die
Florentiner (Medici) und andere Bankiers schon am Ausgang des
Mittelalters, und auch in Deutschland verschiedene Kaufmanns-
familien, besonders Jakob Fugger der Reiche (+ 1525), ebenso getan,
der in Schwaben derart großen Grundbesitz erwarb, daß der
Gedanke auftauchen konnte, er habe die Wiederaufrichtung des
alten Herzogtums Schwaben für das Haus Fugger angestrebt!®),
Tatsächlich hat eben dieser Großgrundbesitz später die Fugger vor
dem finanziellen Ruin bewahrt, der bei anderen großen Geld-
kapitalisten in Deutschland nachher infolge von Finanzkrisen ein-
getreten ist.
133) Siehe oben S. 213.
134) Siehe oben S. 208. .
x Vgl. J. Strieder, Jakob Fugger d. Reiche (1926), bes. S. 90 ff.