Full text : Die drei Nationalökonomien

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sich vielmehr fortigesetzte Wechselwirkungen zwischen den Tatsachen
seiner Wirtschaft und jenen aller übrigen mit ihm mittelbar oder unmittelbar
 verbundenen Wirtschaften... Diese zeitlich und räumlich
andauernde Verbindung der Wirtschaftseinheiten ... geht aus den
Tatsachen und aus den Interessen der Menschen von selbst, unbewußt.
hervor. Sie wird daher auch nicht als Organisation, sondern als
Organismus bezeichnet. In der Regel ist der der Betrachtung zugrunde
 gelegte Organismus der eines ganzen Volkes, das staatlich
organisiert ist und durch Überlieferung, Geschichte und Kulturentwicklung
 auch das Bewußtsein der Einheit besitzt. Das in Zeit und
Raum zusammenhängende, wirtschaftliche Leben der Glieder eines
Volkes bezeichnen wir dann, wenn wir es als selbständige Einheit,
d. h. in dem erwähnten Sinne als Organismus der durch den Verkehr
miteinander verknüpften Wirtschaftseinheiten des Volkes betrachten,
als Volkswirtschaft.“
C. Menger bezeichnet die Volkswirtschaft als ein „Kollektivphänomen‘‘,
 v. Gottl als „Umgebilde‘“, beide halten sie also doch wohl
für ein reales „Ganze“.
A. Schäffle dagegen bestimmt die Volkswirtschaft als ein abgegrenzt
 gegen andere gleichartige Ganze gedachtes „gesellschaftliches
 System menschlicher Wirtschaft“ und B. Harms?®? definiert
wie folgt:
„Volkswirtschaft ist der gesamte Inbegriff der durch Verkehrsfreiheit
 und die technischen Verkehrsverhältnisse ermöglichten,
sowie durch einheitliche Rechtssetzung geregelten und durch wirtschaftspolitische
 Maßnahmen geförderten Beziehungen und deren
Wechselwirkungen zwischen den Einzelwirtschaften eines staatlich
verbundenen Volkes.“
Wie sollen wir uns entscheiden? Ist die „Volkswirtschaft‘, das
heißt doch also wohl die in den Grenzen eines Staates sich abspielende
Wirtschaft ein Stil- oder nur ein Beziehungszusammenhang?
Um ein Stilzusammenhang, also eine Realität zu sein, müßte sie
eine die einzelnen Wirtschaften bestimmende Einheit sein. Das ist
sie nun in mannigfacher Hinsicht in der Tat. Dank der Wirksamkeit

® B. Harms, Volkswirtschaft und Weltwirtschaft (1912). S. 100.
            
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