Object: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

lich war. Ihr gehörten an die Häuser Lazard Frö@res, 
Montague & Sons und Kuhn, Loeb & Co. Hiermit lag 
nun die Gefahr vor, daß diese Gruppe die Anleihe 
allein besorgen oder aber wenigstens die Morgan- 
gruppe zu Zugeständnissen zwingen würde, Tatsäch- 
lich ließ auch bereits zwei Tage später die Morgan- 
gruppe verkünden, sie habe niemals daran gedacht, 
etwa politische Sicherheiten gegen Sanktionen zu ver- 
langen. Andererseits aber war die Stellung der Mor- 
gangruppe doch derartig stark — der Automobil- 
industrielle Ford erklärte zum Beispiel, er denke nicht 
daran, sich an der Anleihe zu beteiligen, wenn Mor- 
gan & Co, ausgeschaltet würden — daß man sie nicht 
einfach beiseite schieben konnte. Schließlich hatte 
Morgan noch das Druckmittel in der Hand, den 
Frankenunterstützungskredit an die Banque de France 
am 12, September tatsächlich zu kündigen. 
Wie zu erwarten, war das Ergebnis ein Kompro- 
miß:; Sanktionen wurden nur unter ganz besonderen 
Umständen für zulässig erklärt. Wall Street und vor 
allem Morgan aber ist es zuzuschreiben, daß zum 
erstenmal ein Versuch gemacht wurde, auf dem finan- 
ziellen Trümmerhaufen, den der Weltkrieg hinter- 
lassen hatte, ein wenig Ordnung zu schaffen, und daß 
das erstemal in der Nachkriegszeit mit aller Deutlich- 
keit ausgesprochen wurde, daß die gepanzerte Faust 
die Zügel der Wirtschaft nicht halten kann. 
Damit kann die Betrachtung der Wirksamkeit des 
jüngeren Morgan geschlossen werden, Der Zweck 
dieser Zeilen war, zu zeigen, wie sich die — wenn 
auch nicht unumschränkte, so doch wichtigste und 
srößte — Finanzmacht unserer Tage, das Haus Mor- 
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