lich war. Ihr gehörten an die Häuser Lazard Frö@res,
Montague & Sons und Kuhn, Loeb & Co. Hiermit lag
nun die Gefahr vor, daß diese Gruppe die Anleihe
allein besorgen oder aber wenigstens die Morgan-
gruppe zu Zugeständnissen zwingen würde, Tatsäch-
lich ließ auch bereits zwei Tage später die Morgan-
gruppe verkünden, sie habe niemals daran gedacht,
etwa politische Sicherheiten gegen Sanktionen zu ver-
langen. Andererseits aber war die Stellung der Mor-
gangruppe doch derartig stark — der Automobil-
industrielle Ford erklärte zum Beispiel, er denke nicht
daran, sich an der Anleihe zu beteiligen, wenn Mor-
gan & Co, ausgeschaltet würden — daß man sie nicht
einfach beiseite schieben konnte. Schließlich hatte
Morgan noch das Druckmittel in der Hand, den
Frankenunterstützungskredit an die Banque de France
am 12, September tatsächlich zu kündigen.
Wie zu erwarten, war das Ergebnis ein Kompro-
miß:; Sanktionen wurden nur unter ganz besonderen
Umständen für zulässig erklärt. Wall Street und vor
allem Morgan aber ist es zuzuschreiben, daß zum
erstenmal ein Versuch gemacht wurde, auf dem finan-
ziellen Trümmerhaufen, den der Weltkrieg hinter-
lassen hatte, ein wenig Ordnung zu schaffen, und daß
das erstemal in der Nachkriegszeit mit aller Deutlich-
keit ausgesprochen wurde, daß die gepanzerte Faust
die Zügel der Wirtschaft nicht halten kann.
Damit kann die Betrachtung der Wirksamkeit des
jüngeren Morgan geschlossen werden, Der Zweck
dieser Zeilen war, zu zeigen, wie sich die — wenn
auch nicht unumschränkte, so doch wichtigste und
srößte — Finanzmacht unserer Tage, das Haus Mor-
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