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in Berührung, in Beziehung, in Willensaktion setzen,
deren Ursachen in den psychischen Eigenschaften des
Menschen, nicht in der physischen Beschaffenheit der
Dinge liegen. „Der Wert ist nicht eine Qualität der
Sache, sondern ihr Status, in dem sie infolge des Be
dürfnisses nach ihrer objektiven Geeignetschaftheit ge
setzt ist. „Sache von Wert“ ist daher ein engerer Be
griff als Sache von Brauchbarkeit.“ 1 ) So erscheint nur
der Gebrauchswert eines begrenzt vorhandenen Gegen
standes oder Lebensverhältnisses als das einzige Objekt
und Motiv der wirtschaftlichen Tätigkeit, des öko
nomischen Wollens, Begehrens und Handelns.
Und diese Motive des Wirtschaftens sind mit
Motiven des ganzen seelischen Lebens und des ethi
schen Empfindens eng verbunden. Denn alle Motive
des Begehrens entspringen aus den Tiefen der Seele,
aus dem Wesenswillen des Subjekts, wie Schopen
hauer sagt. Schopenhauer hat diese Wechsel
wirkung zwischen dem Äußerlichen des Handelns und
dem Innersten der Seele in den genialen Worten aus
gedrückt: „Die Motivation ist die Kausalität von innen
angesehen.“ * 2 ) Dieser großartige Gedanke, daß jedes
Stück der konkreten Willensäußerung, des Empfindens
und Begehrens, der Bedürfnisse mit dem Innersten der
menschlichen Persönlichkeit, ihren Wertgefüblen und
Zweckreihen, ihrem Urwillen und ihrem Grundwesen
zusammenhängt, ist vor allem in der Wertlehre, in der
Analyse der wirtschaftlichen Bedürfnisse und Wert
gefühle nicht aus den Augen zu verlieren.
Wie oben schon gezeigt, heißen die Gefühle, die
entstehen, wenn gewisse wirtschaftlich zu erwerbende
') Rodbertus, Zur Erkenntnis unserer staatswirtsch. Zustände,
1842, S. 3.
2 ) Arth. Schopenhauer, Die vierfache Wurzel des Satzes
vom zureichenden Grunde, § 43.