Object : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

108

Untersuchung  von  Tonen.

Zur  Bestimmung;
1.  des  Wassers  erhitzt  man  eine  gewogene  Menge  Ws  zur  Gewichtsbeständigkeit
auf  120°;  2.  der  Kohlensäure  verfährt  man  wie  hei  Boden  S.  15;  3.  des  Eisenoxyduls ­
  wie  hei  Boden  S.  41.
4.  Vollständige  chemische  Untersuchung.
a)  Salzsäure-Auszug.  5  oder  10  g  werden  mit  Salzsäure  zur  Trockne
verdampft,  mit  salzsäurehaltigem  Wasser  aufgenommen,  in  einen  500  ccm-Kolhen
filtriert  und  ausgewaschen.  Der  Salzsäure-Auszug  wird  wie  beim  Mergel  auf  die
einzelnen  Bestandteile  untersucht.  Der  unlösliche  Eückstand  wird  mit  einer  Lösung
von  kohlensaurem  Natrium  und  etwas  Ätznatron  ausgekocht,  abfiltriert  und  ausgewaschen; ­
  das  Filtrat  wird  mit  überschüssiger  Salzsäure  zur  Trockne  verdampft,  um
die  durch  Salzsäure  abgeschiedene  Kieselsäure  zu  ermitteln.
b)  Schwefelsäure-Auf  Schließung.  Der  Rückstand  von  der  Behandlung
mit  Salzsäure  wird  nach  dem  Auskochen  mit  einer  Lösung  von  Natriumkarbonat
und  etwas  Ätznatron  mit  Wasser  vollkommen  ausgewaschen  und  noch  feucht  samt
dem  Filter  zweimal  mit  konzentrierter  Schwefelsäure  in  einer  Platinschale  auf  einer
Asbestplatte  bis  fast  zur  Trockne  verdampft  oder  noch  genauer  nach  S.  19,  7  b  in
einem  zugeschraolzenen  Rohre  aufgeschlossen.  Die  aufgeschlossene  Masse  wird  wie
bei  Boden  S.  31,  2  a  zur  Bestimmung  der  aufgeschlossenen  Kieselsäure,  des  Sandes
und  der  einzelnen  Basen  verwendet.
c)  Erfordert  die  Untersuchung  auch  eine  Bestimmung  der  Silikate  in  dem  Sand,
so'  wird  genau  wie  bei  Boden  S.  32  u.  ff.  verfahren.
5.  Anhaltspunkte  zur  Beurteilung.
Die  in  der  Natur  durch  Verwitterung  der  zusammengesetzten  Silikatgesteine
vorkommenden  Tonablagerungen  zeigen  in  bezug  auf  ihre  chemische  Zusammensetzung, ­
  auf  ihre  physikalische  Eigenschaft  und  ihre  Verwendbarkeit  außerordentliche ­
  Verschiedenheiten.  Im  allgemeinen  werden  die  verschiedenartigen  Eigenschaften
der  Tone  und  tonigen  Ablagerungen  bedingt:
a)  durch  die  Art  des  Gesteins,  dessen  Verwitterungserzeugnis  der  Ton  ist,
b)  durch  das  Alter  des  Tonlagers,
c)  durch  den  Ort  der  Ablagerung  und  die  herrschend  gewesenen  und  noch
herrschenden  klimatischen  Verhältnisse,
d)  durch  eingeschwemmte  fremde  Bestandteile,  hier  besonders  der  organischen
Stoffe,  deren  Gegenwart  die  Überführung  des  Eisens  in  Ferrosulfat  veranlaßte,
welches  durch  einen  Auslaugungsvorgang  fortgewaschen  wurde.
Je  nach  der  Verwendbarkeit  lassen  sich  die  Tone  folgendermaßen  einteilen:
1.  Kaolin  oder  Porzellanerde.
2.  Plastische  Tone:
a)  der  Pfeifenton,
b)  der  feuerfeste  Ton,
c)  der  Töpferton.
3.  Ziegelerde.
1.  Der  Kaolin  oder  die  Porzellanerde  —  hauptsächlich  im  ürgebirge  verkommend ­
  —  ist,  abgesehen  von  geringen  Verunreinigungen,  eine  Verbindung  von
Kieselsäure  mit  Tonerde  und  chemisch  gebundenem  Wasser;  er  hat  nach  Förchhammer
  die  Zusammensetzung:  47,03  °/ 0  Kieselsäure,  39,23  °/ 0  Tonerde,  13,74  °/o
Wasser.
2.  Die  plastischen  Tone  sind  als  Kaoline  zu  betrachten,  denen  wechselnde
Mengen  Eisenoxydhydrat,  Manganoxydhydrat,  kohlensaures  Calcium,  kohlensaures
Magnesium  und  organische  Stoffe  beigomengt  sind.  Je  größer  in  den  Tonen  der
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.