fullscreen: Sittlichkeit in Ziffern?

17 
Vierter Teil. 
Das ‚Alleinstehen betrifft auch die Ortsfremde. Aus der 
Schweiz z.B. heißt es mit Recht: „Als Grundsatz kann man 
vorausschicken, daß die am Ort verbürgerten Frauen verhält- 
nismäßig ‚einen ganz kleinen. Teil der umehelichen Mütter 
stellen, und daß ebenso die am Ort aufgewachsenen Frauens- 
personen, gleichviel welcher Heimat, eine kleinere uneheliche 
Fruchtbarkeit haben. als die Zugewanderten. Es ist dies leicht 
zu begreifen, denn. mit der Loslösung vom heimatlichen Boden, 
von Eltern und Verwandten, ist das junge Mädchen besonderen 
sıttlichen Gefahren in der Großstadt ausgesetzt‘“17, 
AM 
Nicht ohne Bedeutung ist fernerhin der Beruf. Denn dieser 
kann durch Isolierung, oder wenigstens doch durch berufs- 
mäßig notwendige Trennung junger aufsichtsloser Mädchen 
vom elterlichen Hause einen hohen Grad von Gefährdung der- 
selben aufweisen. Daß dieses, wenn schon in weniger großem 
Umfange auch dort zutrifft, wo die trennende Arbeit nur perio- 
disch, z. B. in Gestalt von Saisonarbeit auftritt, wird unter 
anderem an dem Beispiel der italienischen Reisarbeiterinnen, 
der risaiole, klar, über die eine reiche und interessante Literatur 
vorliegt18, ' 
Die Gliederung der unehelichen Mütter nach Berufen ergibt 
an vielen ‚Orten ein außerordentlich starkes Überwiegen der 
Dienstmädchen und häuslich Dienenden aller Arten (also neben- 
17 Speich, S. 46. . 
18° Luigi Fornaciari, Memoriale sul Lavoro nelle risaie, presentato 
alle LL. EE. ‘Hl Ministro dell’Interno e il Ministro di Agricoltura, Industria 
E Cömmercio: dalle Associazioni Agrarie di Novara e Vercelli. Novara 1903, 
Gaddi; ‘Giovanni Lorenzoni, I Lavoratori delle Risaie. Inchiesta. Pub- 
blicazione dell” Uffieio del Lavoro della Soc. Umanitaria. Milano 1904, 
pP- 132; Giulio Casalini, La Legge sul Lavoro Risicolo, Milano 1904, 
Critica Sociale, p. 15; siehe auch den auf authentisches Material ge- 
stützten, in jeder Hinsicht bemerkenswerten Roman der Marchesa Co- 
lombi, In Risaia. 4 Ed., Milano 1902, Baldini.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.