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Deutschland (Metallindustrie: Eisen).
schlage pro metrische Tonne bis zur Hütte
(in Mark):
Gebiete
Gicßc-
rei-
Roh«
eisen
Pud-
del-
eisen
Wciß-
strahligcs
Eisen
Vcsse-
mer-
Roh.
eisen
England . . .
Rheinland-West
falen . . . .
Oberschleşien. .
10,5
18,4
15,6
10,60
19,42
15,10
14,7
18,4
14,7
26,2
21,1
Die auffallend große Differenz für
Bessemereisen, 6,40—11,50 Mk., erklärt
sich aus den hohen Transportkosten der
aus dem Ausland bezogenen Erze. Mit
Einschluß aller Kosten: Arbeitslöhne,
Verzinsung re., waren die Kosten pro me
trische Tonne von Puddeleisen: in Eng
land 39—44, in D. 50—61 Mk.; für
Gußeisen: in England 45—52, in D.
63—70 Mk. ; für Bessemer - Roheisen :
in England 60-62, in D. 71—78 Mk.
Freilich übertrifft auch rheinisch-westfäli
sches und schlesisches Eisen manche englische
Marken an Qualität, immerhin liegen
aber in D. die Produktionsverhältnisse
ungünstiger als in England. Dabei hat
sich indes die Leistungsfähigkeit auch deS
einzelnen Arbeiters gehoben. 1848 pro-
dllzierte ein Arbeiter durchschnittlich 149,
1857: 155, 1875: 812 imb 1879: 2928
Ctr. Roheisen. Im letzten Jahr waren
14,925 Arbeiter bei der Erzeugung von
Roheisen beschäftigt; von 224 Hohöfen
waren 154 im Betrieb. Auch die Aus
fuhr von Roheisen ist in erheblichem
Maß gestiegen, während die Einfuhr aller
dings ebenfalls, aber doch nicht in dem
selben Verhältnis imb mit starkenSchwan-
kungenzunahm.l862wurdenl52,815Ton.
ein- und nur 13,127 T. ausgeführt; 1870
war die Einfuhr auf 229,334 T., die Aus
fuhr ans 109,825 T. gestiegen. Vier Jahre
später hatten sich beide Beträge verdoppelt.
In den letzten Jahren betrug (in Tonnen):
Einfuhr Ausfuhr
1879: 566588 395751
1880: 252226 207776
Die Einfuhr kommt vorzugsweise aus
England (1880:121,642 T.), die Ausfuhr
hingegen richtete sich nachBelgicn,dann nach
Frankreich. 1879 wertete Roheisen in Ein
fuhr 23,i Mill., Ausfuhr 25,6 Mill. Mk.
Was Stah l betrifft, so hatte D. bis 1856
nur 2 Stahlwerke: zu Essen (Krupp)
und B o ch u m. Seit durch Bessemer, Sie
mens und Martin wichtige Verbesserun
gen eingeführt wurden und der Bessemer
stahl das Eisen bei den Eisenbahnen zu
verdrängen anfing, entstanden 1865 neue
Bessemer-Anlagen in Hörde, Oberhausen,
Ruhrort, Dortmund, Osnabrück, bei
Aachen, in Königshütte (Oberschlesien),
in Bayern und Sachsen. Auch der Zu
satz fremder Erze, unbeschadet der Qua
lität des Fabrikats, wurde verringert.
Die Produktion von Stahl belief sich 1848
erst auf 9024 Ton. im Wert von 2,5 Mill.
Mk., 1875 war sie auf 390,434 T. im
Wert von 74,4 Mill. Mk. gestiegen. In
demselben Zeitraum wuchs die Zahl der
Arbeiter von 1332 auf 19,509 mit einer
Leistungsfähigkeit von 1,563,000 Ton.
1879 betrug von Roh- und Cement-
stahl, Guß- und raffiniertem Stahl die
Einfuhr ... 3896 Tonnen
Ausfuhr. .. 18380
Die Einfuhr wurde alls 2,850,000 Mk.
geschätzt. Davon kamen 984 Ton. aus
Österreich, 962 über Hamburg unb Bre
men, 1018 aus den Niederlanden und
Belgien rc. Die Ailsfithr geht zu 3 /s nach
Belgien und den Niederlanden.
An Schweiß - und Flußei sen (Roh
luppen und Rohschienen, Cementstahl,
fertigen Eisenfabrikaten, Rohstahlluppcn
und Rohschienen, Tiegelgnßstahl und
fertigen Flußeisenfabrikatcn) zum Ver
kauf wurden erzeugt (in Millionen):
Ton. Mark
1870: l,o 240,7
1871: 1,3 317,8
1872: 1,6 445,5
1873: 1,6 438,8
1874: 1,7 371,9
Ton. Mark
1875: 1,6 283,5
1876: 1,5 236,3
1877: 1,5 269,2
1878: 1,7 282,6
1879: 1,7 282,3
Von den 1879 in D. bestehenden 351
Schweißeisenwerken entfallen 100 auf
Westfalen, 62 auf Rheinland, 48 aus
Schlesien, 26 auf Bayern; sie beschäftig
ten insgesamt 49,159 Arbeiter. Bon den
57 Flußeisenwerken mit 15,172 Arbeitern
waren 24 in Westfalen.
Eisengießereien gibt es in allen
Teilen des Reichs, am zahlreichsten sind
sie (è) in Rheinland (137), Schlesien